Aug

11

Am Abend ist der Wind aus Nord aufgefrischt und hat langsam aber sicher eine kleine Welle aufgebaut, die direkt vor unserem Schiff in den Hafen rollt. So werden wir sanft durch die Nacht geschaukelt.

Wir setzen direkt nach der Hafenausfahrt den Spi und machen uns auf zu unserer letzten Etappe Richtung Heimathafen.

Langsam dümpeln wir vor uns hin, während der Wind bis Mittag immer weiter einschläft. Auf Höhe Falshöft starten wir die Maschine, bis nach ca. einer Stunde die Luftbewegung wieder als Vortrieb ausreicht.

An der Tankstelle von DAMP wird uns stolz berichtet, dass wir den perfekten Diesel tanken, der sicher resistent gegen bakteriellen Befall und Dieselpest ist. Wir sind begeistert.

Da ein paar Tropfen vom Himmel fallen, verstauen wir den frisch gefönten Spi und fahren die letzten paar Meilen mit unserem neuen Diesel.

Nachdem die Küstenwache uns zweimal mit ordentlicher Welle überholt hat, werden wir in Eckernförde mit diversen Schüssen begrüßt. – Seltsam!

Unsere Stegnachbarn empfangen uns erfreut mit der Frage: Wie lange war das Schiff jetzt weg? – Vier Wochen sind rum und seit unserer Übernahme der Cassiopeia im Limfjord haben wir 426 sm hinter uns gelassen!

Aug

10

Als wir Middelfart verlassen, sind wir nicht sicher, ob wir über Nacht den Ort gewechselt haben. Der kleine Belt ist voller Segelschiffe, wie man es sonst nur an schönen Wochenenden auf der Schlei kennt. Eine Armada von Schiffen fährt gen Süden. Im Laufe des Tages verteilt sich die Flotte in alle Himmelsrichtungen und wir fragen uns, wo sie alle geblieben sind.

DSC01832

Wir starten mit vollem Tuch. Als der Wind nachlässt und die Sonne uns beweist, dass wir im Sommerurlaub sind, tauschen wir das Vorsegel gegen den Gennaker. Bald muss dieser dem Spi weichen, da der Wind immer weiter von achtern kommt. Später entscheiden wir uns doch nochmal für den Gennaker, bevor der Wind uns gänzlich verlässt und wir die letzten paar Meilen noch die Maschine nutzen.

DSC01840

DSC01841

Ein toller Segeltag endet im Hafen von Mommark. Auch dieser Hafen ist bereits sehr voll und wir machen vorerst im Päckchen an einer Hanse fest, wo wir sehr freundlich aufgenommen werden. Wir bekommen einen Tipp, dass ein Liegeplatz eines Fischers an der Nordmole über Nacht frei bliebe und holen uns die Bestätigung beim Hafenmeister. Der Skipper bleibt an Land und nimmt uns an unserem neuen Liegeplatz in Empfang.

Der Überflug über den Hafen endet recht schnell, da ein deutscher Camper befürchtet, dass die Hunde auf dem Gelände gestört werden könnten. Da hat er sicher Recht und unser Video haben wir bereits im Kasten.

Jetzt fehlen nur noch ein paar Steine vom Strand, die wir ebenfalls noch finden…

DSC01852

Aug

9

Der Traditionssegler, der gestern Abend noch mit einer Crew von Kids mit geistiger Behinderung in den Hafen eingelaufen ist, bleibt heute fest. „Der heutige Wind ist uns zu stark.“

DSC07648

Wir legen ab und setzen unsere Reise in den kleinen Belt fort. Mit Reff eins im Groß und wenig Vorsegel liegt die Cassiopeia gut auf der Seite. Das Achterliekbändsel der Fock macht sich selbständig und bedarf einer Behandlung. Auf Anweisung von Thea klappt Hegi die Sicherungsbügel seiner Crocs ausnahmsweise nach hinten und begibt sich mit Lifebelt-Sicherung aufs Vordeck. Schade, dass die Kamera bei dieser Aktion versagt.

Die Welle ist ordentlich und während Gerd am Ruder sitzt ziehen Martin und Hegi sich in die Kojen zurück.

Selbst in den engen Passagen des Belts wechselt der Wind von fast Flaute bis 6 Bft und eine kleine Welle bleibt hartnäckig bestehen.

DSC01808

Als wir Middelfart erreichen, liegen bereits einige Schiffe im Schutz von Fænø vor Anker. An den Brückenköpfen liegen die Schiffe zu dritt im Päckchen. Der Hafen ist nahezu voll. Wir finden noch eine freie Box in Lee der niedrigen Hafenmole mit Wind genau von Steuerbord. Das Anlegemanöver gelingt trotz des kräftigen Seitenwinds auf Anhieb. Wir bringen achtern noch eine zusätzliche Leine zu einem Holzpoller an Land aus, da der Wind mit bis 7 Bft von der Seite drückt.

DSC07657

Als Gerd und Thea vom Hafenmeister zurückkommen, bekommen Martin und Hegi ihr Eis frei Schiff geliefert. Das Leben kann so schön sein …

DSC01829

Aug

8

Mit Luftraumüberwachung verlassen wir unsere Box. Wir werden beobachtet, bis beide Segel gesetzt sind. Erst dann dreht der Vogel ab Richtung Eisberg-Hochhaus.

DSC01786

Aarhus ist noch lange sichtbar und wird nur langsam kleiner. Vor dem Wind werden wir zügig voran gezogen.

DSC01798

Als wir langsamer werden und um uns herum diverse Gennaker zu sehen sind, beschließen wir ebenfalls das Tuch zu wechseln. – Da haben wir die Rechnung ohne den Wind gemacht. Nachdem Martin bereits die Hälfte der Arbeit erledigt hat, frischt der Wind auf und wir belassen es doch lieber bei der Standardbesegelung.

DSC01801

In Juelsminde entscheiden wir uns für den alten Fährhafen. In dem kleinen Becken mit Schwimmstegen und Seitenauslegern finden wir noch genau eine freie Box für die Cassiopeia. Während der Hafenerkundung müssen wir natürlich den örtlichen Eishändler noch etwas unterstützen. Hegi gönnt sich gleich eine Kugel mehr. – Kein Problem, da ja noch das abendliche Sportprogramm ansteht…

Unbenannt

Unbenannt

DSC07647

Aug

7

DSCI3204

DSCI3201

Aug

7

DSCI3210

Nach einem ausgiebigen Frühstück mit Müsli, Eiern (perfekt nach Gefühl gekocht) und einem kühlen Gläschen Sekt beweisen Gerd und Hegi erst einmal ihr seglerisches Können im Trapez.

DSCI3207

Anschließend gehen wir in den Ort und besuchen den Gamle By. Ein Museum, das das Leben seit der Zeit der Wikinger bis heute darstellt.

Insbesondere aus den 70ern erkennen wir einiges wieder, das wir selbst einmal unser Eigen nannten.

Als wir zur Kathedrale von Aarhus kommen, sind die Pforten geschlossen. Das gefällt insbesondere Thea gar nicht.

Wir machen noch einige Besorgungen und lassen den Tag auf der Cassiopeia ausklingen.

Aug

6

Als wir Øer Maritim verlassen wollen, liegt vor uns bereits eine Yacht in der Schleuse. Da die Tore noch offen sind, fahren wir ebenfalls ein und wundern uns, dass wir von der Schleusenwärterin angewiesen werden, an Backbord fest zu machen. Der Grund wird uns klar, als sie noch ein drittes Schiff zu uns in die Schleusenkammer lässt.

Ein alter grammelieger Deutscher an Steuerbord vor uns ist zu faul einen Fender am Heck auszubringen, als wir ihn darum bitten. Auch unter Seglern gibt es also Sone und Solche.

DSC01760

Vor dem Schleusenkanal steht bereits eine ansehnliche Welle, die im Laufe des Tages noch wachsen soll. Heute sind die Rollen getauscht. Während Hegi am Ruder festwächst, verkriecht Martin sich in den Salon. Mit gerefftem Vorsegel geht es mit anliegendem Kurz um die nächste Halbinsel. Danach wird das Wasser offener und die Wellen kabbeliger. Wir kommen nur mit knapp 4 kn voran und unsere Wendewinkel sind bei der kleinen Segelfläche und der Welle eher schlecht als recht.

DSC01770

Mit Böen bis 8 Bft schaukeln wir langsam auf Aarhus zu. Die letzte Stunde entscheiden wir unter Maschine zu fahren. Immer wieder rollt eine Welle gegen den Bug und lässt die Gischt über das Vordeck fliegen und am Rudergänger abtropfen. Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle Herrn MUSTO!

Im Hafen benötigt Hegi 3 Anläufe um in eine Box zu kommen. Zweimal versetzt der achterliche Wind das Schiff gegen einen Pfahl und beendet das Manöver in Rückwärtsfahrt. Die zuerst ausgewählte Box erwies sich aber im Nachhinein sowieso als zu eng.

Gut, dass morgen ein Tag an Land in Aarhus geplant ist...

Aug

5

Für heute haben wir uns Grenaa als Ziel gesetzt. Nachdem wir bei Sonnenschein den Hafen verlassen haben, stellt sich eine klare Aufgabenverteilung für den Tag ein. Während Martin das Ruder übernimmt verzieht Hegi sich lesend in die Koje. Daran soll sich im Laufe des Tages nur wenig ändern.

Auf Höhe von Grenaa beschließen wir, die guten Segelbedingungen zu nutzen und noch etwas Strecke zu machen. Für die nächsten Tage ist viel Wind angesagt, da kann es nicht schaden, wenn die nächste Etappe überschaubar wird.

Unser neues Ziel heißt Øer Maritim. Die kleine Feriensiedlung auf dem Wasser wurde in einem ehemaligen Baggersee gebaut. Der etwa 1,50 Meter höhere Wasserstand wird von der Ostsee kommend über eine kleine Schleuse erreicht. Kurz dahinter befinden sich bereits die Ferienhäuser und der integrierte Hafen.

Unbenannt

 

Ohne Zweifel haben wir einen der schönsten Häfen in Dänemark entdeckt. Um einen zentralen Turm in der Mitte des Sees befinden sich diverse Boxengassen, die außen von Ferienhäusern auf dem Wasser gesäumt werden.

DSC01758

Wir verschaffen uns noch einen guten Überblick auf Video aus der Luft.

Unbenannt

Die Hafengebühr wird hier erst bei der Ausfahrt fällig, an Flucht ist ja auch nicht zu denken…

Aug

4

… war heute zu Spielen aufgelegt und hatte alle seine Freunde eingeladen. Unsere Garderobe wechselte zwischen Südwester und Sonnenbrille und die Garderobe der Cassiopeia wechselte ebenfalls permanent die Größe.

Als wir nach einem Tag an Land in Aalborg ablegen, läuft gerade eine Wolke über. Wir passieren die Eisenbahnbrücke und sind zwischen zwei Brücken eingesperrt. Bis zur nächsten vollen Stunde sind wir gefangen. Nachdem wir gefrühstückt und auch die Straßenbrücke hinter uns gelassen haben, haben wir freie Fahrt gen Ostsee.

Mit ständig wechselndem Wetter erreichen wir das offene Wasser unter Vorsegel. Als wir das Groß mit Reff 2 dazu setzen wollen, meint das himmlische Kind gerade mal wieder spielen zu müssen. Eine unerwartete Böe krängt uns kräftig nach Backbord. Gut, dass Hegi auf dem Vorschiff vorsorglich vom Skipper mit seiner Schwimmweste ausgestattet wurde. Das gibt doch ein sichereres Gefühl.

Wir fahren gen Süden von Sonne zu Regen und von 4 nach 7 Bft. Immer mal wieder schießen wir in den Wind und das Vorsegel verändert seine Größe von voll über weg nach halb.

Kurz überlegen wir nach Øster-Hurup abzukürzen, entscheiden uns dann aber doch für unser ursprüngliches Ziel im Randersfjord. Bei 7 Bft bergen wir das Groß und fahren die letzten Meilen durchs Fahrwasser gegen den Wind unter Maschine.

Wir drehen 2 Hafenrunden in Udbyhøj-Nord und stecken unsere Nase in eine viel zu enge Box, bevor wir den perfekten Platz in Lee eines langen Steges längsseits finden. Über diesen Segeltag werden wir sicher noch häufiger reden …

Aug

2

Um die nächste Brücke möglichst früh durchfahren zu können, legen wir vor dem Frühstück ab. Unter Motor fahren wir durch das Fahrwasser und sehen von weitem die roten Lichter blinken: “Brückenöffnung wird vorbereitet.” Das klappt ja bestens. Wir geben etwas mehr Gas und die Brücke öffnet sich langsam. Bevor wir da sind schließt sie sich auch genau so langsam wieder. Wir können in Ruhe weiter frühstücken und eine halbe Stunde auf die nächste Öffnung warten.

Nachdem wir die Brücke passiert haben, setzen wir volles Tuch und vor dem Wind geht es gen Osten. Wir sehen bis zu 8 kn auf der Logge. – Geschwindigkeitsrausch!

Vor Aalborg wird das Fahrwasser enger und schlägt einige Haken. Die Crew ist beschäftigt mit Halsen und Shifts des Vorsegels um immer wieder den Schmetterling frei zu lassen.

Wir erreichen den letzten Hafen vor der Eisenbahnbrücke von Aalborg bereits gegen 14:00 Uhr und finden den perfekten Liegeplatz in einer verwinkelten Ecke des Beckens.

Nach einem kleinen Päuschen machen wir uns auf zum Bahnhof und gegen 17:00 Uhr sind wir endlich komplett. – Alle Mann und Frau an Bord!

Aug

1

Da wir morgen endlich unser viertes Crewmitglied an Bord nehmen möchten, gilt es heute möglichst viele Meilen zurück nach Osten zu schaffen. Nachdem wir die ersten Winkel das Fahrwassers zurück in den Limfjord unter Motor zurückgelegt haben, setzen wir die Segel und der Wind beschleunigt uns auf bis zu 7 kn. Mit relativ viel Lage genießen wir die Sonne.

Im Laufe des Vormittags lässt der Wind nach und wir kommen langsamer voran. Vor der Oddesund Brücke unterstützen wir etwas mit der Maschine, um die nächste Öffnung nicht zu verpassen.

Unbenannt

Die Brücke durchfahren wir mit Luftüberwachung und setzen kurz darauf den Spi um den verbleibenden Wind optimal zu nutzen.

Unbenannt

DSC07514Ab der nächsten Brücke muss die Maschine übernehmen. Wir weichen dem biologischen Gegenverkehr aus, da wir nicht sicher sind, ob Seehunde beißen.

 

Der Skipper verabschiedet sich in die Kombüse und zaubert unterwegs ein feudales Abendessen. Als wir den Hafen von Løgstør erreichen, ist bereits nichts mehr davon zu sehen.

Unbenannt

In der Einfahrt zum Kanalhafen springt uns im Fahrwasser eine Sandbank unter den Kiel. Wir drehen vergebens eine Hafenrunde. Alle Boxen sind bereits belegt. Im zweiten Hafenbecken finden wir ein schönes freies Plätzchen.