Jul

31

Der heutige Tag beginnt mit einem Anruf aus Eckernförde, der einige Koordination erfordert. So kommen wir etwas später los, als wir eigentlich geplant haben.
Wir verholen die Cassiopeia einmal quer durch das kleine Hafenbecken an die Tankstelle, die leider unser deutsches Plastikgeld nicht mag. So legen wir unverrichteter Dinge wieder ab und setzen das Vorsegel mit Ziel Nordsee.
Nach drei Wenden erreichen wir die Oddesund Brücke vor der wir nur wenige Minuten warten, bis sie sich zügig hebt. Uns kommt ein leichter Strom entgegen, so dass wir reglos im Wind stehen können. Als der Brückenwärter die Straßenschranken schließt, schummelt sich noch ein Auto durch, so dass die Schranken reflexartig noch einmal hoch gehen. Im zweiten Anlauf klappt’s dann besser.
Hinter der Brücke wird das Wasser etwas offener und der Wind frischt zeitweise auf 6-7 Bft auf. Wir reffen das Vorsegel und kommen weiterhin zügig voran.
Als wir Thyborøn passieren und in die Nordsee einfahren, zeigt diese sich von ihrer freundlichen Seite. Uns rollt eine leichte lange Welle entgegen. Wir können uns gut vorstellen, dass es hier auch anders aussehen kann. Kein Vergleich zur typischen kurzen Ostseewelle.
Wir ändern spontan unseren weiteren Plan. Statt zu wenden und zurück nach Lemvig zu fahren, beschließen wir eine Nacht an der Nordsee zu verbringen. Eine Nacht in Thyborøn macht sich doch gut im Lebenslauf jedes Seglers …
Im Lystbådehavn ist viel Platz und wir können uns eine schöne freie Box aussuchen. Da die Pfähle sehr weit vom Steg weg stehen, müssen wir die Achterleinen kurzfristig mit laufenden Palsteks versehen. Von der Nordsee kommen offensichtlich eher größere Segler.

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In der Fischhalle direkt am Hafen gibt es frische Zutaten für 2/3 der Crew für’s Abendessen und auch das andere Drittel wird mit einem leckeren Anlegeeis bei Laune gehalten.
Nach dem Essen betrachten wir unser Revier noch von oben und dokumentieren aus der Luft, dass wir tatsächlich da sind…

Jul

30

Wir warten den Regen ab und werfen die Leinen zu unserer ersten Etappe dieses Törns los. Wir hatten das mit dem Regen abwarten allerdings etwas anders gemeint. Genau als wir die Hafenausfahrt passieren, beginnt der stärkste Schauer des Vormittags.
Nachdem wir nördlich aus der Bucht von Skive gesegelt sind, drehen wir den Bug gen Westen. Übermorgen möchten wir die Nase in die Nordsee stecken.
Im Laufe des Tages fahren wir jeden nur denkbaren Kurs zum Wind. Von Schmetterling bis am Wind ist alles dabei. Der Wind dreht und briest auf, wie er gerade Lust hat.
Vor der Sallingsund-Brücke erwischt uns eine Böe, die die Cassiopeia plötzlich auf die Seite legt und das Wasser über das Seitendeck fließen lässt. Wir schießen in den Wind und die Fock steht back. Nachdem wir die Fock losgeworfen haben, ist alles vorbei. Gut, dass wir wenige Minuten vorher das erste Reff ins Groß gelegt haben.
Hinter der Brücke wird’s ungemütlich. Der Wind weht mit 6 Bft von vorn und die Welle ist extrem kurz. Mal sehen, ob das schon ein Vorgeschmack auf die Nordsee ist.
Auf Jegindø machen wir längsseits im Fischereihafen fest. Diverse Schilder ermahnen uns, sofort das Hafengeld zu bezahlen. Es gibt nur nix und niemanden, der es haben möchte. Zu späterer Stunde erscheint ein freundlicher Hafenmeister am Schiff, der uns unsere Kronen abnimmt.

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Da Gerd es gestern etwas gut gemeint hat, gibt es bereits am zweiten Abend Reste und wir werden pappsatt.

Jul

29

Als diesjähriges Törnziel haben wir uns den Limfjord ausgeguckt, der im Norden von Dänemark die Nord- mit der Ostsee verbindet. Nur dass wir dieses Ziel bereits am ersten Reisetag mit dem Auto erreichen zeigt, dass beim Segeln eben doch der Weg das Ziel ist.

Frederik und seine Crew haben das Schiff Landwegoptimiert zum südlichsten Punkt des Fjords nach Skive gesegelt, wo der diesjährige Crewwechsel stattfinden soll.

Trotz erkennbarem Bettenwechselverkehr reisen wir zügig über die Autobahn und erreichen bereits gegen 11:30 Uhr das Schiff, wo wir schon mit einer Tasse Kaffee erwartet werden.

Die erste Herausforderung stellt der Gepäckwechsel dar. Es gilt Massen von Kisten und Taschen von und an Bord zu bringen, ohne dass eine der vielen fleißigen Hände ein Stück ein zweites Mal anfasst, und es somit an seinen Ursprungsort zurück bringt. Ob uns das so gut gelungen ist, wie wir glauben, werden die nächsten 2 Wochen zeigen.

An Bord finden wir noch eine riesige Menge an Verpflegungs“resten“ vor. Trotz vorheriger Abstimmung, was noch alles da ist, verwandelt sich die Cassiopeia schnell in ein schwimmendes kulinarisches Lager. Thea, die in einigen Tagen zu uns stoßen wird, wird sicher ihre wahre Freude daran haben.

Wir starten den kulinarischen Teil des Törns mit einer von Gerd zubereiteten Bolognese mit Spaghetti und Salat. – Wir sind zuhause angekommen.

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Jul

28

Früh am Morgen beginnt unser Weg in den Limfjord. Zu Anfang noch sehr tief und breit, wird dieser ab Aalborg deutlich schmaler und schlechter betonnt. In Aalborg machen wir für ein paar Stunden fest und erkunden die Stadt. Wir halten immerhin einen Stadtrundgang von ca. einer Stunde aus, bevor uns der Regen und die Erinnerung an die einladenden Gerüche zurück in den Hafen treiben. Dort liegt nämlich eine Streetfood-Halle, in der es ein tolles internationales Mittagessen für uns gibt. Von Burgern über Duck-Fat-Fries bis zu einem Wrap aus Uganda ist alles dabei – Lecker!

Weiter geht’s noch ein ganzes Stück in den Fjord, bis wir abends endlich Løgstør erreichen. In dem netten kleinen Ort, in dem der Hafen in einem alten Kanal liegt, liegen wir im Dreierpäckchen und lauschen den Klängen des Jazzensembles, das hier heute Abend in einem Festzelt am Hafen spielt. Am Morgen schauen wir uns noch die engen Gassen des Ortes an und machen einen kurzen Spaziergang entlang des Kanals – sehr schön in der Morgensonne!

Nach einem Zwischenstop auf der Insel Livø geht es in den Zielhafen Skive. Ein zu flaches Fahrwasser hält uns vom Tanken ab; jedoch putzen wir die Cassiopeia noch blitz-blank heraus und legen uns für eine letzte Nacht in die Kojen. Am nächsten Morgen erwarten wir unsere Ablösung.

Jul

26

Bei trockenem, aber nicht zu allen Zeiten ausreichendem Wind, machen wir uns auf den Weg zum Limfjord. Nach ca. 40 Meilen wird es langsam flacher. Ein Blick mach vorne führt zum Ausruf “Land in Sicht!” Wir haben Anholt erreicht.
Das Festmachen an der Heckboje übernimmt für uns der nette Hafenboy. Wir hatten uns schon ein spannendes Anlegen mit Heckanker vorgestellt.
Am nächsten Morgen teilt sich die Crew. Ein Teil erkundet das Inland mit Ort und Wüste, in der Inselmetropole läuft diesem plötzlich ein Reh über den Weg, das es sich wohl in den Vorgärten gemütlich machte. Der Rest der Crew macht sich  zu einem barfüßigen Erkundungsgang am Strand entlang auf.

Pünktlich um 1200 werden die Leinen losgeworfen und die Cassiopeia macht sich unter Motor wieder auf in Richtung Fjord. Braun werden wir an diesem Nachmittag, doch die Persenning hätten wir auf dem Segel lassen können: Rasmus wollte uns wohl nur den zweiten Teil des Spruchs erfüllen…

Jul

24

Der nächste Schlag steht an.

Durch die gute Recherche im Regionenführer haben wir Kunst nahe der Route entdeckt.
Die Wegpunkte werden leicht angepasst und so kommen wir am späten Vormittag zu den Holztürmen von Nimes, die wir von der Wasserseite durch Fernglas und Kamera betrachten.

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Bei schönem Sonnenschein geht es weiter.
Die Einfahrt zum kleinen Anlegesteg von Hallands Väderö ist eng, die Cassio passiert sie aber mühelos.
Wir können neben einem dänischen Boot festmachen – vorne am Steg, hinten sichert uns der Heckanker.

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Die Crew bricht zur Fotosafari über die Insel auf.
Flechten in verschiedensten Farben haben sich über die steinige Insel ausgebreitet. Möwen und Gänse, halb verfallene Brücken und die Manöver anderer Segler sind als Motive vor unseren Kameras nicht sicher.

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Zurück an Bord wird der Wetterbericht gecheckt. Da der Wind zunehmend angesagt ist, sichern wir uns mit einem weiteren Anker in Luv ab.
Dieser wird am kommenden Morgen unsere schwedischen Nachbarn, die am Abend noch auf unserer Steuerbordseite festgemacht haben, auf Trapp bringen.

Das Dinghy bringt nicht nur unseren Anker sicher in Position, sondern auch einen Teil der Crew zum nahegelegenen Robbenfelsen. Die Kameras sind gezückt – die Robben sind wach.
So wach und neugierig, dass es sie nicht auf ihrem Felsen hält. Nach ein paar Momenten sind wir von Robben umzingelt. Von allen Seiten große schwarze Augen die uns beobachten – hoffentlich springt der Motor wieder an.
Heile zurück bei der Cassio und glücklich über die halbvollen Speicherkarten der Kameras startet der Regen – und der Wind.

Der Wecker für unsere schwedischen Nachbarn am kommenden Morgen ist der Motor unsers Beibootes. Nach unserer ersten Runde mit dem Dinghy zum Robbenfelsen rührt sich am schwedischen Deck jedoch noch nichts. Auch die Extrarunde vom Skipper reißt die beiden nicht aus dem Schlaf. Jedoch kommen wir ohne sie nicht los. Unsere Heckankerleine liegt unter ihrer.
Endlich sind die beiden plus Hund auf den Beinen und die Leinen werden neu verlegt. Morgensport mit Leinen und Dinghy. Nun können wir Hallands Väderö bei trockenem Wetter verlassen.

Jul

23

Aufgrund des Regens nutzten wir die Regenpause am Vormittag, um die bekannte Höganäs Keramik einmal näher kennenzulernen. 

Schnell wurden auch passende Teile gefunden und wir nennen nun eine Teekanne unser eigen, diese wurde nach der Rückkehr (wie erwartet man es anders mit dem lauten Prasseln über uns) eingeweiht. 

Jul

22

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Auf nach Sverige hieß es für uns heute. Nach einer guten Überfahrt und wieder keinem Zusammenstoß mit der Fähre Helsingborg-Helsingör, fahren wir zügig und gut nach Höganäs.

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Der Großteil der Crew macht sich nach einem Badeausflug einer Minderheit auf den Weg in die Stadt. Höganäs hat nicht nur seine Keramik zu bieten sondern auch viele unschwedische Häuschen aus gelben Backstein. Wir verlassen den ICA Quantum mit ausreichend Frischfleisch, um abends den Grill anzuwerfen. Zu unserer Überraschung wurde die Kuchenbude ganz alleine aufgebaut, so dass wir uns dort vor dem vorhergesagten Regen in Sicherheit bringen konnten.

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Das war auch nötig:

Den Rest des Abends und der Nacht regnete es abwechselnd mal stärker, mal schwächer. Ruhig ließen wir den Abend ausklingen.

Jul

21

Damit wir endlich komplett werden können, mussten wir uns heute auf den Weg nach Kopenhagen machen.

Von Rødvig aus ging es los gen Norden, leider mit wenig Sicht auf die Kreidefelsen. Immer fleißig am Tröten und mit einem Ausguck auf dem Vorschiff, ging es am Fahrwasser vorbei langsam durch die helle Suppe. Als dann noch ein Nieselregen einsetzte, machten es die Tropfen auf der Brille noch schwerer Schiffe auszumachen, das AIS erwies sich jedoch als große Hilfe.

Eigentlich nicht überrascht hätten wir sein müssen, als der Mayday-Fall in 3Sm Entfernung funkte, er würde den Rettungshubschrauber zwar hören, jedoch nicht sehen. Erst das wenige Minuten später eingehende Rettungsboot konnte den Kontakt herstellen und der Deutsche mit Herzinfarkt wurde wohl abgeborgen. Auch wir hörten den Hubschrauber anschließend nah vorbeifliegen, jedoch konnten auch wir nichts sehen.

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Kurze Zeit später machten wir am Flughafen Kopenhagen fest und der Nebel lichtete sich, während wir auf unser 5. Crewmitglied warteten. Komplett machten wir noch einen kleinen Sightseeing Abstecher nach Kopenhagen und liegen nun sicher in Skavshoved. Die Taccos am Abend entschädigen nun auch für den aktionsreichen Segeltag.

Jul

18

Gestern Mittag erreichten wir nach einem kurzen, aber knackigem Schlag Nyborg, um zwei Crewmitglieder Richtung Bahnhof in ihren Berufsalltag zu entlassen – bis hoffentlich nächstes Jahr auf ein Neues!

Heute ging die große Reduzierung weiter: Erst der Wind, dann die Welle, schließlich die Ruhe vor der idyllischen Insel Egholm: Tausende Möwen brüteten an deren Ufern! Ein kurzer Ausflug mit dem Schlauchboot, die Mücken erlauben keinen längeren Aufenthalt an Land, führte uns nur wenig über die Insel. Rehe, Hasen und natürlich Möwen sahen wir trotzdem aus der Nähe.

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Dies störte das abendliche Grillen aber in keiner Weise, gemütlich neigte sich der Tag zu Ende – so langsam auch das Bier im Kühlschrank – gut, dass unter den Sitzbänken noch Nachschub wartet.

Jul

16

Trotz großzügigem Schluck edlen Tropfes zu Beginn des Törn, zeigte Rasmus sich heute von seiner undankbaren Seite.
Kurz nach dem Lichten des Ankers und der Fahrt aus der Schlei, überraschte uns die Ostsee mit ordentlich Wind, Regen und Welle. So wurden die Segel auf dem Weg bis Marstal Stück für Stück gerefft, da sich Wind und Welle auf wissenschaftlich gemessene 7 Bft. und sehr subjektive 5 Meter Seegang steigerten.

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Nachdem wir Marstal passiert hatten, beruhigten sich Mägen und Ostsee wieder; trotz Regen beste Segelbedingungen. Während sich eine Hälfte der Crew von den Strapazen auf den Matratzen unter Deck erholte, vergnügte sich der Rest mit Kurzhörbüchern aus einer wasserdichten Box an Deck. Lautstarken Shanties zum Trotz, erwachte die schlummernde Crew erst beim Starten des Motors – nach 9,5h und 55sm hatten wir das idyllische Lundeborg erreicht. Beim Abspülen stellten wir dann fest, dass die dem Ableger zugedachten Gläser unbenutzt im Schrank standen. Rasmus war also zurecht undankbar – selber schuld!

Der Abend gestaltete sich dann jedoch sehr viel freundlicher. Nachdem wir den schönen Hafen und das kleine Örtchen im Sonnenschein erkundet haben, gingen drei Crewmitglieder, die anscheinend noch immer nicht genug Wasser abbekommen hatten, am schönen Badesteg schwimmen. Nicht nur das kühle Nass empfing sie – auch zwei nette Schweinswale gesellten sich in kürzester Entfernung dazu :)

Jul

15

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Die Abreise zog sich diesmal über einen längeren Zeitraum hin. Eine gute Vorbereitung und Planung war also das A und O. Als Crewmitglied 3 und 4 am Bahnhof in Eckernförde eintrafen wurden sie sogleich mit dem Handwagen empfangen und zum Einkaufen eingespannt. Voll beladen ging es zurück zur Cassiopeia.

Nachdem schon alles eingeladen und das ein oder andere Bier getrunken war, kamen die Autofahrer als letzte kurz vor der Schlafenszeit. Mit mehr Bier und auch Boot (endlich ist die Cassiopeia dank Beiboot wieder komplett).

Ein neuer Bäcker, Martin wird es freuen, direkt am Hafen! Wir kaufen zweimal den Sprottenmix und als Highlight Quarkbrötchen in Fischform – putzig und lecker zugleich. Schnell geht es danach los.

Heute sind wir nun wegen schwachen bis nicht-vorhandenem Windes unter Motor nur bis Maasholm gekommen. Morgen verspricht der Wetterbericht jedoch deutlich mehr und wir freuen uns auf einen langen Segeltag.

Bevor der Tag sich jedoch dem Ende neigt, findet das obligatorische Schwimmen statt. Wir trotzen 13°C und der Verweigerung von 2/6 der Crew.

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