Jul

31

Gegen 11:00 Uhr werfen wir die Leinen los und beginnen unsere Reise Richtung Åland. In der Ausfahrt vor Stockholm haben wir unerwarteten Gegenverkehr. Ein Seehund schwimmt gemütlich zwischen den hin und her fahrenden Schiffen herum.

Seehund

Der Verkehr ist dichter als auf der schwedischen Autobahn.

Nachdem wir noch unseren Dieseltank gefüllt haben, setzen wir hinter Vaxholm den Gennaker und segeln dem „Paradies“ entgegen.

An der Ostseite der Paradiesbucht liegen die Schiffe Fender an Fender nebeneinander am Ufer. Wir entscheiden uns für die Westseite. Nachdem wir ein ruhiges Plätzchen erkundet haben, werfen wir den Heckanker und tasten uns langsam an die Steine vor. Mit zwei Vorleinen an zwei Bäumen liegt die Cassiopeia sicher in der Schäre.

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Schnell ist das Schiff gegen Mücken abgedichtet und der Grill in der Plicht aktiviert. – Für morgen planen wir einen längeren Segeltag mit Ziel Åland.

Jul

30

Wir fahren mit dem Auto durch die Nacht gen Norden. Unser Ziel heißt Stockholm, wo die Cassiopeia schon auf uns wartet. – Die Strecke fahren wir mit wechselnden Fahrern und einer Zwangspause auf der Fehmarnbelt-Fähre durch. So erreichen wir den Wasahafen gegen 10:00 Uhr. Die Hinreise-Crew steht mit gepackten Taschen parat für die Rückfahrt auf dem Landweg.

Crewwechsel

Crewwechsel

Gerd, Thea, Martin und Hegi gehen an Bord und der Urlaub beginnt. – Wir füllen alle freien Fächer und Stauräume mit unserer mitgebrachten Verpflegung und das Schiff taucht Stück für Stück tiefer in die Ostsee ein.

Als wir alle Freiräume gefüllt haben, gönnen wir uns ein paar Stunden Augenpflege und machen uns dann auf den Weg um Stockholm zu erkunden. Nach einer guten Portion Lachs und Köttbullar fühlen wir uns endgültig in Schweden angekommen.

Jul

26

Jaaa…. Das kommt daher, dass wir uns in den letzten Tagen nur in den WLAN-freien Schären herumgetrieben haben. Mit verstärkter Crew verließen wir den Partyhafen in Visby und freuten uns auf die ruhigen Schären. Unsere Erwartungen wurden übertroffen, denn schon am nächsten Abend legten wir an einem wunderschönen Felsen an. Zugegeben: einige Versuche haben wir gebraucht, bis die Cassiopeia sicher lag, denn der zusätzliche Anker, den wir für einen Heckanker hielten, wollte sich mit seinen schmalen Haken einfach nicht fest in den Schlickboden eingraben lassen. Die Lösung für dieses Problem fanden wir, indem wir den Buganker ans Heck führten: et voilà!

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Die Badeklamotte war in Rekordzeit übergeworfen und der Badedonut aufgepumpt – PLATSCH!!! Die experimentierfreudige Crew kam dann auch schnell auf die Idee, dass es doch wunderbar aufregend wäre, den Donut hinter dem Dingy herzuziehen: ein großer Spaß sowohl für die Zuschauer, als auch für die direkt involvierten Crewmitglieder.

 

Badespaß

Badespaß

Die nächsten Tage waren von ausgiebigem Badespaß, Sonnenschein und Schärengängen erfüllt – also genau nach unserem Geschmack. Nach den eher kleineren Schlägen der letzten Tage nahmen wir uns für heute mal wieder etwas mehr vor (etwas mehr als 40 sm). Nach dem morgendlichen Badespaß ging es direkt los Richtung Trosa. Gefrühstückt wurde bei wenig Seegang an Deck, während wir durch die Schäre schipperten. Später am Tag konnten wir dann seit langem einmal wieder die Wasserdichte unserer Regenkleidung testen und liefen so gegen 16 Uhr in den vollen Hafen von Trosa ein. Nach einigem Hin und Her konnten wir letztlich doch noch einen freien Platz für die Cassiopeia gewinnen und erkundeten noch am Abend das schöne Städtchen, bevor wir uns vor den Mückenhorden unter Deck retteten.

Trosa

Jul

21

Nachdem uns der Mittwoch leider einen Motortag beschert hat konnten wir wenigstens das Ankern in Grankullavik genießen – einer großen Ankerbucht direkt an der Nordspitze von Öland. Durch den langen Sonnentag genossen wir auch das frische Nass und machten uns gestärkt daran, aus Resten ein Nudelgericht zu zaubern (@Thea: Sogar die Dose Würstchen wurde endlich verbraucht). Nach und nach muss man sich durch immer weniger Berge an noch in Deutschland gekauften Vorräten kämpfen. Nahezu die ganze Crew beginnt auch den nächsten Morgen mit einem Sprung in die Ostsee.

Endlich wagten wir den Absprung nach Gotland, diesmal mit deutlich mehr Wind, jedoch konnten 40SM ohne Wende auch an den Kräften zehren. Die Kirchentürme des mittelalterlichen Visbys wecken Vorfreude, auch durch Nils Erzählungen einer ruhigen, mittelalterlichen Stadt. Als wir uns jedoch an den High-Speed Fähren vorbei gemogelt hatten, dröhnt uns laute Musik entgegen – unterstützt von einem Feuerwerk beim Anlegemanöver. Auch vom Nachbarboot kommen Technosounds und die bunte Lichterkette um den Baum gewickelt lässt uns böses erahnen. Der Skipper?? des Bootes erläutert uns ungefragt, dass man einige Plätze weiter die Ladys einfacher aufs Boot locken könnte, er jedoch auch hier viel Spaß, laute Musik und Party machen wollte. Wir fürchten langsam ernsthaft um die Nachtruhe. Endgültig klar wird es dann durch die Frage, ob wir nicht Kokain oder andere Drogen zu verkaufen hätte, er würde auch jeden Preis dafür zahlen (die Größe seines Bootes zeigt, dass zumindest Geld hier nicht das Problem wäre) wird uns klar, was für Vorteile ein Ankerplatz in der Bucht doch haben kann.

Augen zu und durch die feiernden hindurch (weiter hinten im Hafen wird schon auf den Luxusyachten mit Champagner in der Hand wild getanzt) schaffen wir es doch in einige ruhige Ecken von Visby vorzudringen. Hier zeigt sich die Wahrheit von Nils Aussage, Visby ist in der Tat eine tolle, alte Stadt mit nahezu intakter Stadtmauer und zahlreichen Kirchenruinen.

Jul

19

Die Alster der Marine aus Eckernförde gibt uns beim gleichzeitigen Auslaufen noch etwas heimische Gefühle, jedoch trennen sich unsere Wege schon nach einer halben Meile im Fahrwasser – warum die Scherenwelt auch gleich verlassen?

Alster

Vorbei an malerischen Schwedenhäuschen gleiten wir durch die Schärenwelt vor Karlskrona gen Öland. Einige Meilen führt uns der Nachmittag noch an der Festlandküste nach Norden bevor wir in einer kleinen Bucht den Anker werfen. Wir erkunden noch eine Schäreninsel und runden den Tag mit einem leckeren Grillfest beim Sonnenuntergang ab.

Schärenexkursion

 

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Geweckt von den energischen Rufen der Kormorane starten wir in den nächsten Tag. Durch den mangelnden Wind aus Norden müssen wir erst einmal die Maschine anwerfen. Was sollen wir sagen, Sonne satt – Hitze – Schatten?? Nach 15 Meilen ziehen auch mal kleine Wölkchen auf, die uns etwas Schatten bringen und vor allem auch genug Wind (nun aus Süden), der den Gennaker stehen lässt. Beim gemütlichen plätschern des Wassers verbringen wir so einen gemütlichen Segeltag, der uns bis nach Timmernabben (südlich von Mönsterås) bringt.

Kalmar

Kalmar

Vor lauter malerischen Häusern und Schwedenwäldern finden wir fast den Weg zur Waschmaschine auf dem Campingplatz nicht. Erste Hausbaupläne werden dabei schon diskutiert.

Jul

17

Puh, der Wecker um 0500 ist nie ein schönes Zeichen, toll jedoch die Ruhe am Morgen (und kein Regen!). Die Ausfahrt wird uns von einer Robbenhorde versüßt, die neugierig schaut, uns jedoch leider doch nicht folgen will – zum Verdruss einiger Crewmitglieder.

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Kurz nachdem die Segel gesetzt sind und das GPS 46SM bis zum nächsten Wegpunkt anzeigt fallen die ersten Augen zu – gut, dass der Skipper sein Hörbuch (wieder-)entdeckt hat. Nachdem Svenja die Cassiopeia die ersten Meilen durch die recht sportlichen Wellen gesteuert hat, steht der Skipper einen Großteil davon aufmerksam und gespannt am Steuer. 6,9 Knoten im Durchschnitt bestätigen, dass die Kombination ‚Hörbuch+Segeln‘ eine gute Kombination ist. Die letzten Crewmitglieder wachen in der Hafeneinfahrt von Karlskrona wieder auf, als das Kommando ‚Segel einholen‘ erschallt.

Der Spaziergang durch Karlskrona fällt schwieriger als gedacht aus – von der Bergigkeit sind wir etwas überrascht. Auch die Bausubstanz der Stadt ist eher ‚interessant‘: schöne Schwedenhäuser finden sich neben doch sehr einfachen Wohnhäusern wieder. Dann aber noch ein Höhepunkt des Tages: Endlich stößt auch unser vorletztes Crewmitglied dazu: Nils wird vom Bahnhof abgeholt.

Velkomma till Sverige

Um den Geburtstag eines Crewmitglieds gebührend zu feiern, gönnen wir uns eine Pizza. Durch den guten Geschmack abgelenkt und mit den Eigentümern scherzend, bewegen wir uns danach wieder zufrieden Richtung Hafen. Als wir (also besonders Anja und Svenja) noch kurz vor einem Geschäft Halt machen, um schöne Lampen anzuschauen, kommt dann allerdings einer der Mitarbeiter zu uns und fragt, ob wir nicht noch bezahlen wollten – Ups.

Jul

16

Ein normal gefüllter Hafen im Sommer.

Ein normal gefüllter Hafen im Sommer.

Nachdem wir gestern uns noch einmal in einem vollen Hafen in Gudhjem herumtreiben konnten und durch den kurzen Schlag ein wenig Bornholm erkunden, geht es heute weiter nach Christiansö und der kleinen Schwester Frederiksö.

Angekommen auf den Inselchen starten wir die Erkundung des riesigen 700x400m großen Eilandes. Nach Umrundung der größeren (entlang kleiner altertümlicher Häuschen, Festungsanlagen, Krötenteichen und Feigenbäumen) und ausgedehnter Badepause in einer schönen Felsenbucht ziehen wir uns für ein Pölser-Mahl (endlich!!) in die örtliche Gastronomie zurück. Abends genießen wir die langsam einkehrende Ruhe, allerdings gestört durch den einsetzenden Regen – hoffentlich nur während der Nacht, morgen ist eine längere Route nach Karlskrona abgesteckt, die uns schon um 5 aus den Kojen treiben wird.

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Feigen im hohen Norden :)

 

Jul

14

Nein, es war nicht Lummerland das sich da vor unseren Augen auftat, es ist Bornholm. Schade nur, dass Motor wummert während wir die Felsenküste genießen. Heute hat uns der Wind etwas im Stich gelassen, nur 3 Meilen under Segel von 37,8 SM an diesem Tag vermiesen uns die bisher tolle Bilanz von nur 13,7 Motormeilen in der letzten Woche. Ein guter Tag für einige Reperaturen an Bord, so wird das Reff mit neuen Rollen für den Reffschlitten versehen und die Bilge noch einmal leer gewischt. Nach diesen Anstrengungen befördert uns das gleichmäßige Motorwummern nur umso besser in den Schlaf. Gut, dass immer noch einer ein Auge auf den Kurs hat.

Der Abend wurde uns dann allerdings fast doch zu kitschig. Während wir auf ein paar Felsen den Sonnenuntergang über Allinge beobachteten, erschien hinter uns auf einmal ein Regenbogen über der Ostsee.

Sonnenuntergang über Allinge

Sonnenuntergang über Allinge

Regenbogen östlich Allinge

Regenbogen östlich Allinge

 

Jul

12

Gestärkt durch nahrhaften Joghurt mit Chiasamen und etwas Obst, machten wir uns auf in Richtung Schweden. Unser heutiges Ziel ist der kleine Ort Skare.

Sverige

Sverige

Der Wind kam aus SW, was uns ordentlich Schwung brachte (und auch etwas höhere Wellen). Wir hatten Glück und ein nahendes Gewitter zog an uns vorbei – der Donner in der Ferne machte die Überfahrt trotzdem etwas aufregender, als von manchen gewünscht. Etwas nass, aber dank Ölzeug geschützt, war endlich Schweden in Sicht.

windreiche Überfahrt

windreiche Überfahrt

Bevor wir das schwedische Festland betreten konnten, mussten wir die Cassiopeia nur noch sicher Skåre anlegen. Zwar konnten wir uns die Boxen recht frei aussuchen, nur ist Skare eindeutig für kleinere Yachten gebaut worden – nur in wenige Boxen passt die Cassopeia rein.

Ein leerer Hafen im Sommer.

Ein leerer Hafen im Sommer.

Sorgen machte uns nun das bezahlen in diesem Hafen, so dass wir einen Spaziergang nach Trelleborg unternahmen. Die zwei Stunden Bewegung taten uns gut und wurden auch mit einem Is med Nöd versüßt. Zurück konnten wir uns nun das Taxi leisten. Dabei stellten wir fest, dass dieses natürlich auch mit Karte bezahlte werden konnte und der Hafenmeister der nach unserer Rückkehr gerade beschäftigt war die anderen beiden Boote zu kassieren, hatte eh nur ein EC-Gerät dabei – Bargeld wollte er gar nicht.

Jul

11

Angetrieben von schönem, raumen Wind und mit gesetztem Gennaker ziehen wir an anderen Yachten auf dem Weg nach Klintholm vorbei. Dabei können wir auch den Versuch beobachten einen Gennaker zum Stehen zu bringen, jedoch scheint etwas mit der Leinenführung nicht zu klappen, er steht einfach nicht. Schnell entschwindet das Boot am Horizont hinter uns.

Bei starkem Wind legen wir an und machen noch einen windigen Strandspaziergang.

Jul

10

Bei Sonnenschein und schönem Wind machten wir uns von Orth auf ins Ausland. Ohne Groß ließen wir uns vor dem Wind unter der Fehmarnsundbrücke durchtreiben. Am Leuchturm Staber Huk angekommen sahen wir ein schwarzes Piratensegel vor uns am Horizont. Da wir uns den besten Liegeplatz in Gedser aussuchen wollten, nahmen wir die Herausforderung an und setzten den Gennaker. Schnell zog er uns durch die Wellen bis wir die ersten Gedser-Segler hinter uns gelassen hatten.

Nach einigen Stunden jedoch drehte der Wind etwas und ließ deutlich nach. Aus der schnellen Fahrt wurden müde drei Knoten. Nun probierten wir mal den Gennaker anders aus und konnten so auch Wind direkt von achtern nutzen – nun zumindest eine Zeit lang.

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Die letzten vier Seemeilen starteten wir die Maschine und suchten uns einen Platz in Gedser aus, bevor es abends noch einmal ins Wasser der Ostsee ging.

 

 

Jul

9

Bude – Bude – Bude

genau das sahen wir, als wir in Eckernförde an den Hafen kamen. Zum Glück bisher nur der Aufbau, so konnten wir uns zwischen den Arbeitern und Touris zum Liegeplatz schlängeln. Schnell geht es noch in die üblichen Krämerläden und um einige hundert Euro erleichtert laden wir bergeweise Proviant an Bord. Die Cassiopeia sinkt Zentimeter für Zentimeter tiefer in die Ostsee – kurz vor der Reling ist das Beladen beendet. Bootsfischbrötchen gab es wieder nicht, stattdessen mussten wir weiter zur Konkurrenz ziehen bevor wir uns dem Fußball widmeten.

Mit vielen Seemeilen vor Augen starteten wir gestern unser Abenteuer, als jedoch der Regen einzusetzen drohte änderte sich unser Ziel und wir machten einen Abstecher in Maasholms schöne Ankerbucht. Da Svenja die ganze Fahrt über vom schönen Töpferladen erzählt hat, konnte uns der Regen nicht davon abhalten das Beiboot ins Wasser zu lassen. Mit nur gelegentlich ausfallendem Motor machten wir uns Stück für Stück an Land auf – das Tässchen wurde gekauft, die Hauptstraße erkundet und der Rückweg angetreten. Und wir verbrachten einen windig, regnerischen Abend gemütlich mit heißer Schokolade und Keksen.

Jetzt aber zur Sonne: Heute schmeckte Rasmus sein Schluck besser, wir hatten beständigen Wind von Achtern und segelten im Sonnenschein mit Butterfly geschwind gen Fehmarn.