Mai

5

Alle Wetterberichte sagen einheitlich, dass heute ein Tag unter Motor ansteht. – Da hilft es nix, sich die beste Vorhersage auszusuchen.

Wir starten also unter Motor weiter gen Norden längs Langeland. – Heute hat keine Vorhersage recht. Schon nach ein paar Meilen setzen wir die Segel und lassen uns über das gebügelte Ostseewasser ziehen. Dazu strahlt die Sonne vom Himmel. 10 Grad mehr und es könnte Sommer sein. Hinter der Sprayhood werden die T-Shirts gelüftet. Nur am Ruder ist es mit ca. 11 Grad noch etwas kühl …

Wir runden Langeland im Norden und weiter geht es gen Süden mit Ziel Spodsbjerg. Offensichtlich herrscht an Deck beider Schiffe Langeweile, denn schon bald fliegen von beiden Schiffen Fender über Bord, die sorgsam wieder gerettet werden.

Als der Wind uns zu verlassen droht, steigt vor der Cassiopeia der Gennaker auf. Die Crew der Only You entscheidet sich erst einmal ein Stück unter Motor zu laufen. Als wir uns der Cassiopeia anschließen und ebenfalls den Gennaker setzen, schläft der Wind endgültig ein. Der letzte Teil der heutigen Reise gehört der Maschine.

Der Smu der Only You feuert den Ofen an und so entsteht das Abendessen bereits auf See und wird noch vor der Hafeneinfahrt verspeist.

Die Cassiopeia fährt inzwischen in den Hafen von Spodbjerg ein, wo sie sich an einem Achterpfahl eine Leine mit einer Bitumen-artigen Masse versaut. Sowas muss nun wirklich nicht sein. Da ist es auch nur ein geringer Trost, dass der Hafenmeister auf die Liegegebühr verzichtet. Dank der Warnung von Bord der Cassiopeia legen wir die Leinen mit einem laufenden Palstek direkt fest um die Pfähle. So halten wir unsere Leinen sauber.

Mai

4

Strahlender Sonnenschein, keine Wölkchen und leider auch kaum Wind, so beginnt der nächste Segeltag.

Wir machen uns auf den Weg Richtung Lohals. Aus dem Svendborgsund müssen die Maschinen uns schieben. Die Großsegel sind gesetzt und wir sind für Alles bereit. Als wir den Sund verlassen setzen wir die Vorsegel und am Wind geht’s zwischen Fyn und Langeland gen Norden. Die Cassiopeia fährt einige Schiffslängen voraus.

Unterwegs begegnen uns mal wieder einige gute Freunde:

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Auf der Only You trimmen wir die Segel bis zu Optimum und nehmen langsam Fahrt auf. Wir nähern uns der Cassiopeia von Minute zu Minute weiter an. An Bord der Cassiopeia ist Siesta angesagt, so merkt keiner, dass wir langsam aber zielstrebig vorbeiziehen.

Als Gerds Kopf hinter der Sprayhood erscheint und unser Schiff von achtern erkennt, wandert sein Blick von uns über sein Segel zum Verklicker. Sofort steht er auf und sein nächster Blick richtet sich auf die Logge. Wie konnte das passieren?

Kurze Zeit später sieht man Gerd auf dem Vordeck, den Traveller nach Luv verholen. – Was soll Dir das denn noch bringen?

Wir nähern uns dem Leuchtturm Elsehoved und müssen eine Wende fahren, als der Wind uns vollständig verlässt. Wie die Cassiopeia es schafft ohne Wind noch eine Meile zu fahren und damit wieder die Führung zu übernehmen wird ein ewig gehütetes Geheimnis bleiben. Für Gerd ist die Welt wieder in Ordnung.

Ohne Wind bringen wir die Regatta unter Motor zu Ende. – Wir lassen den Flottillenkapitän als erstes in den Hafen einfahren. So kann er schon mal die Boxenbreiten ausmessen.

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Wir schicken Stefan in den Mast der Only You um ein paar Korrekturen an der Leinenführung der Lazyjacks vorzunehmen. Er nutzt die Chance, direkt ein paar Luftaufnahmen in den Kasten zu bringen.

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Nach Bratkartoffeln mit Beilage sammeln wir noch die Taschen voller Glückssteine. Hier scheint es nicht viele Touristen zu geben …

Steine

Mai

3

Warum gönnt Rasmus uns keinen trockenen Törn? – Als wir die Augen öffnen fallen dicke Tränen vom Himmel. Da jagt man doch keinen Segler an Deck …

Wir lassen es langsam angehen und verbringen den Vormittag in Faaborg. – Erst gegen Mittag wird der Himmel etwas heller und wir machen uns auf den Weg. Unsre Tagesziel heißt Svendborg. Die Only You wirft als erstes die Leinen los und setzt nach kurzer Fahrt unter Vorsegel den Gennaker um einigermaßen Fahrt zu machen.

Die Cassiopeia wird hinter uns immer kleiner. Was ist mit Gerd los? Seit Tagen jammert er, dass er das bunte Tuch verwenden will und jetzt ist nix davon zu sehen. Als wir schon weit gen Osten gefahren sind, steigt endlich das blau-rote Tuch auf. Wir hatten schon befürchtet, dass auf der Cassiopeia der Krankenstand rapide angestiegen ist und keine Hand für das Tuch da ist.

Erst kurz vor den Untiefentonnen vor Svendborg steigen wir wieder auf die Fock um und mit wenigen Halsen nähern wir uns dem Ziel. Die Cassiopeia läuft einige Zeit später ein. Gerd löst das Rätsel der Verspätung auf. Beim Aufriggen haben wir das Spifall mit dem Vorstag verdreht. Es waren also erst noch diverse Handgriffe incl. bergen des Vorsegels nötig, bis das bunte Tuch an seinen Platz gebracht werden konnte.

Als beide Schiffe fest sind, werden wir vom Himmel mit Hagelkörnern beworfen. Jetzt ist es uns völlig egal und nach kurzer Zeit ist alles wieder trocken!

In Svendborg suchen wir uns ein nettes Restaurant und landen im gleichen Steakhaus wie beim letzten Besuch. Warum soll man gute Erfahrungen nicht wiederholen?

Mai

2

Eigentlich ist leichter Wind aus Süd vorhergesagt, wir kramen also schon mal Spi und Genacker hervor. Je nachdem wie wir vorankommen wollen wir entweder Mommark oder Faaborg anlaufen. Alternativ bietet sich auch noch Fynshav an. Entgegen der Vorhersage ist es doch Süd-Ost und auch eher drei als zwei. So bleibt der Spi im Sack und wir fahren mit normaler Besegelung. Mit etwas zunehmenden Wind rauschen wir gen Norden. Only You bleibt achteraus. Nach einiger Zeit sehen wir von der Cassiopeia den Genacker der Only You aufsteigen. Langsam kommt sie wieder auf. Es läuft super, die Logge steigt bis auf 7 Knoten und die Sonne scheint. An der Osttonne Pols Rev entscheiden wir uns für Faaborg, warum einen so schönen Tag so früh beenden. Um 16 Uhr sind wir in Faaborg. Die Auswahl an Liegeplätzen ist noch groß, leider sind die ersten die wir ansteuern zu eng, aber der Dritte passt. Die Crew der Only You läuft, nachdem sie noch einen Fender gebadet hat kurze Zeit später ein.

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Wir beenden den Tag mit einem kurzen Spaziergang durch Faaborg.

Mai

1

Etwas verkatert krabbeln die Crews aus den Kojen. Nach dem Frühstück legen wir ab und segeln mit nördlichen Winden Richtung Schleimünde. Mit den Regattasegeln ist die Only You gleich schnell wie die Cassiopeia. Vorbei an den Mairegatten des Kieler Yacht Clubs kreuzen wir unsere eigene Wettfahrt.

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Leider lässt der Wind am Nachmittag nach und wir motoren die restliche Strecke. Dabei drehen wir noch eine Runde durch Port Olpenitz. Inzwischen sind hier etliche Häuser entstanden, sogar schwimmende. Von einer Marina ist aber noch nicht einmal Ansatzweise etwas zu erkennen.

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Einen Kringel später fahren wir nach Schleimünde. Es ist noch viel Platz im Hafen. Wir unternehmen einen Strand- und Landgang und sammeln Steine, am liebsten die mit Löchern. Abends gibt es dann frischen Dorsch mit Rosmarinkartoffeln, lecker.

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