Jul

31

Der Wind hat sich endlich beruhigt. Hier und da rollen noch einige große Wellen aus, aber mit 5 Bft. kreuzen wir an der deutschen Küstenlinie entlang. Der “Hafen” von Lippe ist unser heutiges Tagesziel. Er ist tatsächlich so klein und versteckt, dass wir die Einfahrt erst wenige Meter vorher sichten. Die Hafeneinfahrt ist gerade breit genug für die Cassiopeia und eine von drei passenden Boxen ist noch frei. Hier empfiehlt es sich rückwärts anzulegen: Der Sprung auf den Steg lässt alle anderen Schiffe wackeln und Eigner erwachen.

Moni’s Imbiss wird uns zwar wärmstens empfohlen, da die Sonne gegen Abend aber doch noch heraus kommt, ist uns eher nach Wraps zumute.

Jul

30

Nächstes Jahr bekommt Rasmus eine ganze Flasche für sich: Der Wind bläst unverändert. Wir fassen uns kurz: Herumgammeln im Hafen, kurzer Abstecher zur Fischbude und noch nicht einmal freies Internet…

Mein Schiff ist prachtvoll und wild und riesenhaftig und...weg!

“Mein Schiff ist prachtvoll und wild und riesenhaftig und…weg!” – Käpt’n Jack Sparrow

Jul

29

Ein ruhiger Tag steht an. Wir schlafen aus, wandern den Strand entlang und beobachten im Vogelschutzgebiet Schwalben und Gänse.
Gegen Abend wird noch kurz eingekauft, bevor uns Mareike in Richtung Ruhrgebiet verlässt.

Spaziergang am Strand

Spaziergang

Spaziergang

Spaziergang

 

Jul

28

Wir müssen nach Heiligenhafen, denn heute steigt die Crewzahl kurzzeitig auf fünf. Doch es macht beinahe den Anschein, als würden uns die Angelschnüre der Nachbarskinder in unserer Heckleine am Auslaufen hindern wollen. Auch die Cassiopeia verlässt die Box heute nur sehr trotzig und fast mitfühlend winkt uns der Nachbarskipper hinterher. Kurz hinter der Hafenausfahrt wissen wir auch warum: Das Wetter sieht furchtbar aus, der Wind pfeift mit 7-8 Bft. und Rasmus bietet mit 2/2,5 Meter Wellen auf. Wir ketten uns fest und legen Kurs auf die deutsche Küste.

Die nächsten 5 Stunden sind geprägt von Einsamkeit auf See, unzähligen Monsterwellen, Platzregen, Reiswaffeln und Plastikbeuteln.
(Zwischenzeitlich sind wir darüber erstaunt, dass die Cassiopeia auch mit nur drei Quadratmetern Genua eine Spitzengeschwindigkeit von 8 Knoten erreichen kann.)

Auf etwas wackeligen Beinen erreichen wir in Rekordzeit und wohlbehalten unser Ziel. Es bleibt genügend Zeit die Mägen mit einem kleinen Mittagssnack zu beruhigen, bevor wir mit den Autos nach Eckernförde übersetzen und mit Gerlinde unser fünftes Crewmitglied einsammeln. (Angeblich sieht man uns die letzten Stunden noch an…)

Jul

27

…wären wir doch gestern gefahren. Der Wind hat sich nicht gebessert, die See ist etwas rauher, der Himmel umso grauer. Doch wir haben morgen einen Crewwechsel auf der Agenda stehen und müssen noch ein Stückchen voran kommen. So machen wir uns an Rudkøbing und Marstall vorbei auf den Weg nach Bagenkop. Kurz hinter Marstal erwartet uns eine beachtliche Welle von vorne, viele Yachten kommen uns bereits entgegen geritten. Doch wir bleiben standhaft und setzen unseren Kurs fort.

BAGENKOP bietet zahlreiche Boxen: leider sehr viele zu kleine. Nach einigem hin und her finden wir jedoch ein geeignetes Plätzchen und ersparen uns damit eine unruhige Nacht an der äußeren Kaimauer.

Bagenkop

Bagenkop

Jul

26

Der Wind zerrt ordentlich am Mast der Cassiopeia, doch die Sonne scheint und der Himmel ist blau. Nach einer ausgeschlafenen Nacht steht heute eine kleine Not-OP am Bordklo an. Mit großer Erleichterung stellen wir fest, dass die Diagnose lediglich ’Seetang im Wasserzulauf’ lautet; mit relativ wenig Aufwand und etwas Druck auf die Leitung wird das kleine Malheur behoben. Nach der langen Überfahrt Richtung Korsør bekommt auch der Motor ein Kontrollprogramm: Der Ölstand macht dem Skipper etwas Sorgen. Also machen wir einen ausgeprägten Spaziergang durch die Umgebung – immer auf der Suche nach einer Tankstelle und dem im Reiseführer angepriesenen Schloss – und werden am Ende beim netten Ehemann der Hafenmeisterin fündig. Großzügig günstig überlässt er uns einen frischen Liter aus den Vorräten seiner Nachbars Motoryacht. Auch die örtliche Fischverkäuferin wird um ein halbes Kilogramm Lachs erleichtert. Etwas Zitrone und Couscous dabei: lækker!

Lundeborg

Lundeborg

Lundeborg

“Wo ist hier die nächste Tanke?”

Jul

25

Der Sturm ist kurzerhand ausgeblieben, der DWD hat ihn spontan auf den nächsten Tag verschoben. Also wollen wir heute noch die günstige Gelegenheit nutzen, Rudkøbing zu erreichen. Nach einem kurzen Auffüllen der Lebernsmittelvorräte machen wir uns auf die Socken. Die Cassiopeia schießt elegant mit 7 Knoten über den großen Belt, schnell lassen wir die Brücke hinter uns. Kaum haben wir den Kurs gen Süden geändert, verlässt uns Rasmus bereits wieder: Am Horizont ziehen dunkle Wolken auf, die berühmte Ruhe vor dem Sturm macht sich breit. Schleunigst bergen wir die Segel und setzen Kurs auf den nahen Hafen LUNDEBORG. Thor lässt die ersten Blitze zucken, das Donnergrollen klingt wenig vertrauenswürdig, doch mit einsetzendem Platzregen erreichen wir rechtzeitig den Hafen. Die wenigen freien Boxen sind zu schmal und eine andere deutsche Yacht weist uns trotz des ekligen Wetters freundlich aber bestimmt ab. Im Fischereihafen finden wir dafür aber eine umso gastfreundschaftlichere Kaimauer. Die Cassiopeia wird sicher vertäut und die aktuellen Wetterberichte herunter geladen: Wir erklären den folgenden Sonntag zum Hafentag!

Der Hafen von Lundeborg ist winzig, hat aber dennoch zwei Hafenmeister. So erfahren wir zur Freude der Bordkasse, dass wir im deutlich günstigeren Hafenbecken gelandet sind…

Wind und Regen setzen wieder ein, also verbringen wir den Sturm über mit einem rasanten Kartenspiel unter Deck – wir waren definitiv lauter. Der Abend klingt gemütlich mit einer verstopften Bordtoilette aus.

Jul

24

Der entspannte Vortag war wohl eingeplant, steht für heute doch ein etwas größerer Schlag von knapp 50 Seemeilen mit Zielhafen Korsør an. Mit der bereits bekannten Stunde Verspätung verlassen wir gegen 0700 Kalvehavn.

Vielleicht war der Schluck für Rasmus zu klein, oder der des deutschen Wetterdienstes zu groß: Keine Vorhersage stimmt mehr! Mit Wind um 2 Bft. aus West/Nordwest, lassen wir den Motor im Fahrwasser etwas helfen, damit uns der Strom nicht völlig am Vorankommen hindert. Verzweifelt hoffen wir auf die angekündigten 4-5 Bft. aus Süd/Südost.

Der Wind dreht und dreht, verlässt uns schließlich völlig. Also muss der getreue Volvo seine Ausdauerfähigkeit unter Beweis stellen. Inzwischen ist Korsør ein Muss geworden: für den kommenden Tag wird Sturm und Gewitter vorher gesagt; das wollen wir in einem sicheren Hafen abwettern.

Nach 11,5 Stunden auf See erreichen wir endlich KORSØR. Erinnerungen an letztes Jahr werden wach: In diesem Hafen kann man in 36 Sekunden für 1 DKK duschen. Schnell wird noch die neue Kuchenbude installiert, damit der Sturmtag an Bord etwas geräumiger wird.

Jul

23

Auf dem Backschaftsplan steht Putztag. Also wird die Cassiopeia innen und außen geschrubbt und gewienert. Anschließend erhält das Logbuch den Eintrag »1235 Ablegen«. Dieser wurde jedoch sofort anulliert, da wir uns am Vortag doch noch dänische Pommes versprochen hatten. Die Portionen sind in Stege wider erwarten so gewaltig, dass der korrigierte Eintrag »1530 Ablegen« lautet.

Ganze fünf Seemeilen später legen wir fix und fertig in KALVEHAVN an.

Jul

22

Der Wind bläst und bläst. Für unser Ziel Kopenhagen nun leider deutlich aus der falschen Richtung; die Aussichten sind inzwischen ebenfalls nicht mehr sonderlich erbaulich. Wir beschließen kurzerhand, den Besuch der dänischen Hauptstadt auf einen nächsten Törn zu verschieben und uns stattdessen durch die dänische Südsee zu lümmeln. Also peilen wir STEGE auf der Insel Møn an.
Eine viel gelesene Segelerzeitschrift empfahl diesen idyllischen Hafen jüngst in einer ihrer neuesten Ausgaben, doch unsere Befürchtung um ein übervolles Hafenbecken zerstreut sich rasch. Dass sich die Anfahrt des Hafens durch das 4sm lange Ansteuerungs-Fahrwassers etwas hinzieht, können wir nun aber aus eigener Erfahrung bestätigen…

Stege

Stege

Jul

21

Ein toller Segeltag steht bevor: Die letzten Wolken verziehen sich, die Sonne brüllt auf uns herab und der Wind treibt uns mit 5 Bft. an den Klippen von Klintholm vorbei. Die Crew lässt die Seelen baumeln und fängt sich in Teilen einen gepflegten Sonnenbrand ein.

Eine frühe Ankunft scheint in RØDVIG von Vorteil zu sein. Der Wind hat gegen Abend jedoch so stark abgenommen, dass nichts gegen ein 5er-Päckchen spricht; später werden wir sogar zum Sechstett, den Hafen kann man nun wahrlich als voll bezeichnen.

Rødvig

Rødvig

Klintholm im Rücken

Klintholm im Rücken

 

Jul

20

Wir wollen nicht lange im Hafen verweilen; die Mägen sind befrühstückt, die ersten dänischen Kronen sind gewechselt, Kopenhagen ist das große Ziel. Doch der Wind bläst so kräftig, dass es viele andere Yachten bereits in der Boxengasse gegen Poller und Stege drückt. Wir schauen zu, lernen aus den Beulen der anderen und verlassen den Hafen schließlich im Rückwärtsgang.

KLINTHOLM ist wie im vergangenen Jahr bereits voll belegt, doch im Fischereihafen finden wir ein hübsches Plätzchen für die Cassiopeia. Wir treffen einige Segler aus Gedser wieder, man erkennt und grüßt sich bereits. Etwas später legt sich noch eine bedeutend größere Yacht elegant und mit erstaunlicher Ruhe fast einhändig hinter uns an den Kai – wenn wir mal groß sind, wollen wir das auch so können!

Klintholm

Klintholm

Jul

19

Es ist zunächst windstill – allerbeste Voraussetzungen für die noch ausstehenden Motormanöver im Vorhafen. Allzu bald frischt der Wind aber ordentlich auf; wir setzen schleunigst Kurs auf GEDSER. Die Segel werden gesetzt, Rasmus bekommt seinen Schluck, wir freuen uns!

Jul

18

Der obligatorische Einkauf steh an. Nachdem noch schnell eine Liste erstellt wurde, stürzen wir uns in die Supermärkte Heiligenhafens und tragen davon, was nicht niet- und nagelfest ist. Erstaunlicherweise schluckt die Cassiopeia den Proviant bis auf die letzte Konservendose. Man entdeckt doch jedes Jahr wieder neue Verstaumöglichkeiten.

Eigentlich stehen Manöverübungen im Yachthafen auf dem Plan, doch der Wind bläst uns mit einer satten 4-5 Bft. an den Steg, der Radeffekt tut sein Übriges, dass wir zunächst im Hafen bleiben. Also schlendern wir stattdessen über das berühmtberüchtige Hafenfest und statten dem Lastensegler ’Olifant’ einen Besuch ab.

Der Wind soll sich auch morgen nicht bessern, daher beschließen wir unseren Liegeplatz gegen eine freie Box zu tauschen. Allerdings muss sich der Skipper erst einmal wieder an das breite Becken der Cassiopeia gewöhnen – oder die Box ist spontan schmaler geworden… So liegen wir nach einigen Minuten wieder an altbekannter Stelle!

Gegen 2330 tifft Mareike ein, die Crew ist nun komplett.

Jul

17

Ein Jahr ist viel zu langsam vergangen, wenn es darum geht, endlich wieder auf der Cassiopeia segeln zu dürfen. Leider haben sich die Länder Niedersachen und NRW in puncto Sommerferien nicht sonderlich gut abgesprochen, deswegen gibt es in diesem Jahr Törnberichte der Crews ’Frederik I’ und ’Frederik II’.

Dies sind die Abenteuer der Crew ’Frederik I’ (Florentine, Gerlinde, Mareike, Stefan und Frederik).

Bilder folgen…

 

In aller Herrgottsfrühe beginnt für eine Hälfte der Crew der Urlaub am Düsseldorfer Hauptbahnhof. Gegen Mittag in Bielefeld angekommen, wird das Gepäck für die nächsten 16 Tage nach einem kurzen Snack umgeladen und weiter geht es über die ferienvollen Autobahnen gen Norden. Heiligenhafen erreicht, treffen wir auf Gerds quietschvergnügte Segeljugend, bekommen ordentlich das Schiff übergeben (wir freuen uns über die vielen Neuerungen an Bord) und beenden den Abend grillend gemeinsam.