Okt

5

Hinter uns liegt eine schaukelige Nacht mit Wind um 6 Bft in einem wenig geschützten Hafen. Der Wind sollte eigentlich gegen Mitternacht einschlafen, den Gefallen hat er uns aber nicht getan.

Als wir aufstehen wehen noch 4 Windstärken aus südlicher Richtung. Wir sollen also noch einen schönen letzten Segeltag bekommen.

Mit Reff 1 im Groß und vollem Vorsegel fahren wir am Wind gen Süden. Die Welle hätten wir nach dieser Nacht höher erwartet. Was wollen wir mehr?

Eine gute sm vor dem Kieler Fahrwasser dreht der Wind ganz plötzlich um 40 Grad nach West. Gut, dass wir schon so weit gekommen sind. Wir folgen dem Winddreher und kürzen unsere Route über das Flachwasser am Eingang der Förde ab. So kommen wir schon vor 16:00 Uhr in Strande an.

Nach einem Kaffee an Deck macht Thea sich mit dem Bus auf die Reise nach Eckernförde um das Auto zu holen, während die restliche Crew die Cassiopeia bettfertig macht.

Die Saison 2014 ist vorbei.

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Okt

4

Nachdem wir vom Hafenmeister einen Schlüssel bekommen haben, finden wir eine außergewöhnlich gute und sehr saubere Sanitäranlage vor. – Der Tag beginnt gut.

Wir erkunden Schleswig und bewundern den Dom. Das geschnitzte riesige Altarbild ist beeindruckend.

Gegen Mittag werfen wir die Leinen los um sie wenig später auf der anderen Seite der Schlei schon wieder fest zu machen. Unser Zwischenstopp ist Haithabu. Wir wandeln auf den Spuren der Wikinger.

Als wir uns auf den Rückweg Richtung Schleimünde machen, ist es schon nach 14:00 Uhr. Vor uns liegen noch ca. 20 sm und zwei Klappbrücken. Das wird wieder spät.

Die Schlei bietet bei Sonnenschein viel zu sehen und einige Häuser mit Blick auf das Wasser laden zum Träumen ein. Unterwegs finden wir den Beweis vor, dass es immer noch Wikinker unter uns gibt.

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Als wir dir Brücke von Kappeln erreichen ist die Sonne bereits untergegangen und die letzten Meilen erfordern wieder einen Armleuchter um sicher durch dir Tonnen zu navigieren.

Wir entscheiden uns bei der Giftbude festzumachen, an der wir bisher immer vorbei gefahren sind. Im Hafen weht eine steife Brise, als wir mit achterlichem Wind durch die Pfähle in eine sehr lange Box fahren. Unsere Achterleinen sind gerade lang genug um sie mit beiden Enden am Schiff belegen zu können.

Kaum sind die Leinen Fest, steht auch schon die Kürbissuppe auf dem Tisch, der noch zwei Gänge und ein Espresso folgen.

Okt

3

Der letzte Törn für dieses Jahr hat begonnen. Wir haben uns entschlossen, den direkten Weg von Eckernförde nach Strande zu nehmen. Wir verlassen den Hafen bei leichtem Nebel und fahren aus der Eckernförder Bucht erstmal grobe Richtung Norden, weil man Strande bekanntlich am besten durch die Schlei erreicht.

Noch bevor wir aus der Förde raus sind, strahlt die Sonne vom Himmel und bereitet uns sommerliche Temperaturen. Nur der Wind will nicht recht auffrischen. So reisen wir ganz gemütlich unter Gennaker und legen nur wenig Strecke zurück.

Da wir uns vorgenommen haben, heute noch durch die Brücke von Lindaunis zu kommen müssen wir die Maschine starten. In Kappeln sind alle Boxen belegt und vor der Tankstelle liegen schon einige Schiffe im Päckchen. Gut, dass wir weiter wollen.

Die Strecke zwischen den beiden Brücken ist in einer Stunde leider nicht zu schaffen. Wir erreichen die Brücke von Lindaunis also erst nach Sonnenuntergang und die letzte Öffnung ist nur für uns.

Wir packen die Taschenlampe aus und fahren weiter durch die nicht befeuerten Fahrwasser. Ein Crewmitglied muss also als Armleuchter herhalten…

Unterwegs wird die Kombüse angeheizt und frischer Fisch und zartes Steak kommen in die Pfanne und anschließend direkt in die Mägen.

Die Reflektoren der Fahrwassertonnen strahlen im Schein unserer Lampe und leiten uns sicher auch durch die engen Passagen. Trotzdem sind wir froh, dass wir elektronische Navigationsunterstützung an Bord haben.

Im Hafenfahrwasser von Schleswig finden wir unerwartet viele Tonnen vor. Eine rote Tonne springt so plötzlich aus dem Wasser, dass wir sie kurzfristig auf der falschen Seite passieren. Der Tiefenmesser erlaubt es uns.

Wir machen im Stadthafen längsseits an der Promenade fest. Hier herrscht keinerlei Platzmangel. Im Restaurant, in dem wir einen Schlüssel für die Sanitäranlagen bekommen sollen ist zwar noch jemand da, nach Feierabend ist es aber zu viel verlangt, uns Zutritt zu verschaffen. Wir müssen also bis morgen auf den Hafenmeister warten.