Aug

30

Letzter Tag, wir verlassen Bagenkop und haben den versprochen

Wind mit 3-4 aus Süd. Leider nur für die ersten 10 Meilen, dann dreht der Wind und nimmt noch etwas zu. So richtet sich unser Bug erst mal nach Westen und wir kämpfen uns durch die Wellen. kl-DSCI0177

 

Mittags kämpft dann auch Thea mit Händen und Füßen in der Combüse um die Pfannkuchen in der Pfanne zu bändigen.

 

 

 

 

Nach einigen Kreuzschlägen sind wir in der Förde und können bei weniger Welle sogar wieder anliegen. kl-DSCI0207Dabei holen wir noch einige Segler, einen davon mit blutroten Segeln, ein.

Vor uns zieht noch eine Regenfront über Eckernförde, wir bleiben trocken, dafür dreht der Wind wieder und wir dürfen die Letzten Meilen noch einige Kreuzschläge fahren.

Im Hafen werden wir schon von einer rauchenden Pfeife auf der Mole erwartet. Hegi hält sie in der Hand.

Aug

29

Wir legen kurz nach zehn ab, tanken und setzen schon im Vorhafen die Segel. Wir kommen zunächst gut voran, bis sich der Strom im Großen Belt gegen uns stellt. Es ist fast ein kn gegen unsere Richtung. Dann fahren wir auch noch in eine Waschstraße. Nach zwei Stunkl-DSCI0129den ist alles weichgespült und es kommt zum Glück der Trockengang mit Sonne.

 

Auf dem Belt herrscht reger Schiffsverkehr,sogar ein großer Schwimmkran von einem Schlepper gezogen fährt an uns vorbei.

 

 

 

So können wir auch die “Royal Princess” sehen, die unseren Kurs kreuzt. Ein Kreuzfahrtschiff, ein Jahr im Dienst und kl-DSCI0135auf dem Weg in die Karibik, wo sie das nächste Jahr fahren wird. Auf dem Oberdeck befindet sich eine riesige Monitorwand . Leider können wir nicht genau erkennen welches Programm gerade läuft.

Auf den letzten Mailen vor Bagenkop klappert es schon mal in der Kombüse und nach dem Anlegeschluck  steht auch gleich ein dampender Auflauf auf dem Tisch. Ganz ohne Fernsehen, zum Glück.

 

 

Aug

28

Wir schlafen etwas länger und genießen danach ein Frühstück an Deck bei strahlendem Sonnenschein. Danach machen wir noch einen Ortsrundgang und besuchen dabei einen alten Kolonialwarenladen. Hier gibt’s allerlei inseltypisches, insbesondere alkoholisches. Zum Schluss erstehen wir sogar noch etwas Fisch fürs Abendbrot. Wir legen zügig ab und setzen kurz nach der Hafenausfahrt den Genaker und das Groß. Bei nur wenig Wind von 8kn erreichen wir über 5kn Fahrt. Auf fast glattem Wasser ein tolles Gefühl. kl-DSCI0101

 

 

 

Zwischen durch tauchen mal kurz ein paar Schweinswale auf und eine Fähre schafft es noch kurz vor unserem Bug vorbeizukommen.

 

 

Gegen Abend erreichen wir Korsör und zum Sonnenuntergang kl-DSCI0111

gibt es leckeren Fisch.

Aug

27

Gleich nach dem Brötchenkauf legen wir ab, es ist kurz nach 8 und der Weg nach Samsö weit, 62sm.

Dafür stimmt die Vorhersage, wir kommen mit Halbwind und bei 3 Bft aus NW mit 6 bis 7 Kn gut voran.

Mittags gibt es eine neue Kreation aus der Kombüse, die Toffel-Suppe, ihr findet sie bestimmt nächstes Jahr in den Regalen. Thea hat allerdings ein Patent darauf.

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Vorbereitung für den Spi

 

Am Nachmittag nimmt der Wind etwas ab und wir wechseln die Garderobe auf Spi. Das geht noch einige Zeit, bis wir auf das Dieselsegel wechseln müssen, wenn wir nicht erst in den frühen Morgenstunden in Ballen sein wollen.

Unterwegs zeigen sich kurz zwei Hüpfer ( Schweinswale) sehr zur Freude von Thea.

In dem Naturschutzgebiet bei Verjø sehen wir Seehunde am Strand und ein vorwitziger begrüßt uns im Wasser.

Wir sind gerade im Hafen fest und haben den Anlegeschluck getrunken, als ein kurzes Gewitter über Ballen zieht. Macht nichts, das Boot ist fest und wir sitzen im Trockenen.

 

Aug

26

Der Wetterbericht hat für heute ein 3 aus nördlichen Richtungen versprochen, ideale Bedingungen für einen Spigang nach Anholt. So legen wir früh um 9 ab, nur der Wind ist noch nicht aufgestanden. So motoren wir erst mal unserm Ziel entgegen bis der Wind auch aus der Koje kommt.kl-XSCI0063

 

 

 

Dann geht das bunte Tuch hoch und wir rauschen mit 6 bis 7 Knoten über das Kattegat. Später tauschen wir den Spi wieder gegen das Vorsegel, was aber nichts an der Geschwindigkeit ändert. So geht es bis in den Hafen. Die Seglergemeinde ist klein und hat sich fürs längsseits liegen entschieden. Auch wir finden noch einen Platz und starten nach dem Anlegen noch einen kleinen Spaziergang zum Steinesammeln.

 

 

Abends  kl-XSCI0078wird uns noch ein schöner Sonnenuntergang geboten.

Aug

25

Heute stimmt das Wetter besser mit der Vorhersage überein. Bei angenehmen 4 Bft aus West und fast blauem Himmel verlassen wir Marstrand. kl-DSCI0005

 

 

Bereits nach wenigen Kabellängen im Albrektssund Kanal ist von der Festung hinter uns nichts mehr zu sehen. Wir setzen volles Tuch und rauschen mit 7 Knoten durch die Schären Richtung Göteborg.

 

Wir kreuzen unseren Kurs bei Kallö Knippla und fahren Slalom durch drei Fähren. kl-DSCI0018

 

 

Über das Fahrwasser nach Göteborg und unseren letzten Schären erreichen wir Lerkil ohne einen Tropfen Regen.

Aug

24

 

 

Der Wetterbericht hat 4 Bft aus West vorhergesagt, gute Bedingungen um Marstrand zu kommen. Als wir jedoch Smögen verlassen und ins Skagerak fahren stimmen weder Richtung noch Stärke und die Wellen bremsen uns ordentlich aus. So suchen wir uns doch wieder einen Weg durch die Schären und machen mit weniger Welle wieder gut Fahrt. Der Gästehafen in Mastrand ist fast leer, so können wir nach einem schnellen Anlegemanöver noch einen Ausflug auf die Festung Carlsten machen. kl-SCI0062Die Festung ist schon von weitem sichtbar und bei einer Erkundung zu Fuss sieht man die enorme Ausdehnung. Die dicken Mauern aus dunklem Granit lassen sie noch bedrohlicher erscheinen.

 

 

 

 

 

Die Liegeplätze im Sund sind allerdings sehr unruhig. Beim Ausbringen einer weiteren Achterleine springt dem Skipper ein Latschen vom Fuss und entfernt sich Richtung See.kl-SCI0075

 

 

 

 

 

 

 

„Ich hab also nicht nur einen Latschen in Korsör, sondern jetzt auch in Marstrand“, ob sie sich wohl mal treffen?

 

 

 

 

Aug

23

kl-dannemark

Nach dem späten Frühstück starten wir noch mal unser Wassertaxi und erkunden Dannemark, den zweiten Teil dieser hufeisenförmigen Schäre. Auch dieser Teil ist wunderschön und wir staunen über die vielen Überreste alter Steinbrüche.

 

 

 

 

Am höchsten und nördlichsten Punkt gibt es noch ein Crewfoto. OLYMPUS DIGITAL CAMERANach der Klettertour nehmen wir noch ein Bad in der Bucht. Das Wasser ist gar nicht so kalt wie es aussieht. Danach legen wir ab, und ab jetzt geht’s leider zurück. Zuerst nochmal durch den Sotenkanal Richtung Smögen. Hier steppt im Sommer der Bär, sagt der Reiseführer. Wir sehen abends nur noch einige Nachzügler über die Promenade flanieren.

Aug

22

 

Wir fahren weiter Richtung Norden, ein Südwest mit 3-4 bringt uns mit dem Vorsegel voran. Mittags erwischt uns kurz vor Smögen ein Regenschauer. Warum muss es immer in die Suppe tropfen?

Aber es ist nur kurz und wir zacken noch um einige Schären, bis es in die Einfahrt zum Sotenkanal geht. Das Schild ist zwar verblasst, aber wir dürfen das Vorsegel einholen, Motorfahrt ist angesagt.

Dafür ist die Landschaft malerisch, es wechseln sich Felsen mit Anlegestellen und die wiederum mit Wiesen ab. Da stehen dann auch schon mal die Kühe neben den Ferienhäusern.

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In der Mitte des Kanals ist dann die „Swingbrigde“, ein interessantes Bauwerk, das auf Hupsignal geöffnet wird. kl-DSCI0251Beim Durchfahren winkt der Brückenwärter freundlich.

 

 

 

 

 

 

 

Nach dem Kanal geht es durch weitere Schären bis nach Ulön und Dannemark, ein im Sommer beliebter Ankerplatz. Bei unserem Eintreffen ist allerdings nur ein Boot da und wir haben freie Auswahl.

Nach einem Kaffee machen wir unser „knallrotes Gummiboot“ fertig und setzen nach Ulön über. Wir klettern über die Granitfelsen zum höchsten Punkt und bewundern die Aussicht.

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Aug

21

Der Morgen lädt nicht zum frühen Aufstehen ein, es ist mal wieder grau. Aber nach dem Frühstück wird es freundlicher und wir lösen uns unter Vorsegel von der Boje. Mit einigen Kreuzschlägen geht es durch den Koljöfjord. Nur durch den Björnsund geht es genau gegenan, da hilft nur die Maschine.

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Im Björnsund

Zu Belohnung gibt es in Ellös  eine Tankstelle. Was allerdings ein Wellenrodeo wird, da Wind und Wellen uns genau auf die Tankstelle drücken und wir beim Tanken auf und ab tanzen. Aber auch das gelingt, selbst der schiffsflüchtige Fender wird wieder eingesammelt und es geht weiter nach Gullholmen. Ein malerischer alter Fischerort, es soll der älteste Schwedens sein, wie wir bei unserem Rundgang feststellen.

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Gullholmen

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Blick von oben

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch das Naturschutzgebiet im Nordwesten ist sehr sehenswert, allerdings müssen wir heute aufpassen, dass uns der Wind nicht von den Felsen fegt. Damit das nicht passiert sammelt Thea fleißig Steine als Ballast.

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Mächtig windig

Aug

20

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Durch den Svanesund

Wir verlassen Stenungsund und wollen noch kurz an der Tankstelle unseren Diesel auffüllen, allerdings verweigert der Automat unsere Kreditkarten. Der Hafenmeister ist bemüht und gegen 15 Uhr soll Hilfe aus Göteborg kommen. So wichtig ist es uns auch nicht und wir reisen ohne Tankfüllung weiter.

Das Vorsegel zieht uns gut bei Halben bis Raumen Wind durch den Svanesund, bis zur Mittagssuppe, ausrechnet jetzt fängt es an zu Regnen und zwar ordentlich mit Hagelkörnern.

 

Zum Glück ist es nach kurzer Zeit vorbei und wir rauschen unter voller Besegelung mit über 7 Knoten durch den Sund. Die dunklen Regenwolken kleben jetzt auch nicht mehr an unserer Mastspitze. Eigentlich wollen wir nördlich von Häjltön Ankern, aber hier ist es uns bei den südwestlichen Winden zu zugig, so fahren wir in die nächste Bucht Rörbäcke Kile. Hier ist sogar noch eine Boje frei und wir müssen nicht mal unseren Anker bemühen. Das Abendessen ist köstlich chinesisch, mit Stäbchen, und beim Absacker an Deck schaut sogar Cassiopeia zu.

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RörbäckeKile

 

Aug

19

Tropfen dringen ganz dicht an mein Ohr, es regnet, mist ich habe vergessen das Fenster zur Plicht zu schließen und jetzt tropft es in meine Koje. Schnell das Fenster geschlossen und umgedreht, es ist viel zu früh und zu nass um aufzustehen.

Nach einigen weiteren Umdrehungen ist es Martin zu viel und er geht in voller Segelmontur zum Brötchen holen. Es regnet immer noch, ich drehe mich noch mal um.

Nach dem Frühstück, es regnet immer noch, wollen erst mal einige Buchseiten gelesen werden. Zum Nachmittag gibt es Pausen zwischen den Regentropfen. Die Toilette wollte immer schon mal gepflegt werden, also frisch ans Werk.

Nachdem auch das erledigt ist, ist es schon wieder mal trocken, wir beschließen ein Landgang, und suchen auf dem Weg noch kurz die Toilette auf. Als wir die Tür wieder öffnen regnet es, egal, wir flüchten ins Einkaufzentrum.

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Nach einem Bummel hindurch hat es aufgehört und wir sehen einen idyllischen See direkt vor dem Einkaufszentrum. Nur die Autos stören etwas. Eine Frau zieht kurzerhand die Schuhe aus um zum Fahrzeug zu kommen.

Wir vollenden unseren Stadtrundgang trocken und verbringen den restlichen Nachmittag bei Bier und Buch.

 

 

 

Am Abend holen wir dann noch unser drittes Crewmitglied Thea vom Zug ab.

thea ankunft

Nach einem Abstecher beim Italiener versucht eine Bahnschranke uns noch mal zu trennen, es gelingt aber nur kurz und am Ende des Tages können wir an Bord Pläne für die nächsten Tage in den Schären schmieden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aug

18

wir schlafen recht lang, aber nicht lang genug. Als Martin Brötchen von Supermarkt holen will, steht er vor verschlossener Tür und dem Schild erst ab 10:00 geöffnet. Es ist Nachsaison, aber ein freundlich Rentner nimmt ihn zu einem Kiosk mit, der eigentlich geschlossen ist und auch keine Brötchen hat, nur die von gestern. Als Entschuldigung bekommen wir sie umsonst. Kurz im Backofen auf geröstet sind sie wie neu und das Frühstück schmeckt.

wir legen kurz nach unseren Nachbarn ab, die Nationale zeigt sich jetzt vollständig, die Dänen kommen doch aus der Schweiz. Zur Sonne gibt es ausreichend Wind und wir kommen mit über 5 kn gut voran. Irgendwie muss ich mich erst wieder an die Schären Segelei gewöhnen, so dicht so massive Steine, aber das Wasser ist tief genug und der Anblick wunderschön. Nach jedem Holmen gibt es was neues zu sehen.

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Zwischen den Wolken

 

Am Nachmittag formieren sich im Westen dunkle Wolken, die sich über Stenungsund als graue Regenwand entladen und hinter uns grummelt ein Gewitter. Wir dazwischen bekommen nur einige harmlose Regetopfen ab und beobachten das Schauspiel.

 

 

 

 

 

In Stenungsund laufen wir noch die Tankstelle an, aber der Automat ist, obwohl er die deutsche Nationalhymne beherrscht, mit unseren Karten nicht zufrieden. So fahren wir unverrichteter Dinge zum Hafen und legen erst vorwärts an um das Schlauchboot vom Heck abzuladen und fahren dann noch ein Wendemanöver um rückwärts am Schwimmsteg zu liegen. Hier scheint übrigens schon längst wieder die Sonne.

 

Aug

17

der Morgen empfängt uns mit grauem Himmel und die Dusche mit einer sehr kurzen warmen Phase. Dafür sind die Brötchen lecker und riesengroß. Wir vermuten die Werftarbeiter brauchen was ordentliches zum Frühstück, wir auch.

kl-Skagen-Feuer

Wippfeuer Skagen

Zum Ablegen blinzelt sogar die Sonne etwas durch die Wolken und wir durchfahren eine Reede mit unzähligen Schiffen, Martin meint 21 gezählt zu haben. Mit einer 5 mehr halb als raumschots machen wir gute 6 Knoten und werden von den schräg von achtern kommenden Wellen ordentlich durchgeschaukelt.

Kurz vor der schwedischen Küste begießt uns noch ein Regenschauer, aber als wir die Einfahrt in die Schären gefunden haben, schaut die Sonne schon wieder zwischen den Wolken hervor.

Wir machen in Källö Knippla fest und haben fast freie Auswahl bei den Liegeplätzen. Lediglich ein Däne liegt noch auf einem der 130 Gastliegeplätze. Ich staune immer wieder wie ernst es die Schweden mit dem Saisonende nehmen.

 

 

 

Aug

16

Mitten in der Nacht haben wir den Bulli beladen um Richtung Norden zu starten. Kein Stau hält uns auf und in den frühen Morgenstunden spulen wir die Kilometer auf den leeren dänischen Autobahnen ab. Bei Sonnenaufgang verlassen wir die Autobahn und stehen kurze Zeit später optimal mit dem Auto direkt neben dem Schiff.

Crewwechsel

Crewwechsel

 

 

 

Hier bewegen sich erste verschlafene Gestallten aus dem Niedergang. Nachdem der Salon von Taschen und Rucksäcken befreit ist landet ein große Brötchentüte auf dem Tisch und wir frühstücken zu 8, sehr gesellig.

Der anschließende Gepäckwechsel geht so schnell, dass wir es versäumen die Sitzbank im Bus zu verstellen, es leidet die Kniefreiheit der hinteren Mitfahrer, aber nochmaliges Ausladen wird entschieden abgelehnt.

Zum Abschied gibt’s als Dank an den Skipper noch zwei Schwimmwestenlichter, damit über Bord gegangene Crewmitglieder zukünftig als befeuerte Seezeichen nützlich sein können.

Nachdem die Jugend abgereist ist machen Martin und ich etwas Augenpflege, die allerdings nach kurzen 2 Stunden durch die charmante Hafenmeisterin gestört wird. Wir nutzen den angebrochenen Nachmittag mit einem Spaziergang und Besuch im Naturkunde Museum mit Blick auf die nördlichste Spitze Dänemarks.

Aug

7

Nach wochenlanger Vorfreude stießen wir am 31. vom Heimathafen aus in See, um Gerd sein Boot hoch im Norden übergeben zu können. Nun ist bereits die erste Woche unseres Törns herum und endlich finden wir die Gelegenheit (sprich Internet), um hier unsere ersten Eindrücke zu schildern.

Korsör
Bevor wir die schöne Beltbrücke bei Nacht fotografierten, versuchten wir allerdings, uns den Tag etwas spannender zu machen. Bei einer leichten Brise und einigen Tropfen Wasser – Gewitter waren nur weit am Horizont zu sehen und zu hören – rutschte der Skipper bei (heroischen) Segelmanövern aus und blessierte sich den Hinterkopf. Gleich fachmännisch verbunden konnte Schlimmeres abgewendet werden. Nur die fünf Werktage Meerbadeverbot trübten seine Stimmung.

verletzter Skipper

verletzter Skipper

Um der flautenbedingten Langeweile entgegenzuwirken hielt uns das Boot auf andere Art und Weise in Aktion. So entschied sich beispielsweise der Niedergang zu einer spontanen Entzweiung. Zu Gänze genesen war der Skipper inzwischen jedoch wieder fähig, den Schraubenzieher sicher zu führen und die Stufen mit neuen Schrauben an gewohnter Stelle zu fixieren. Ob dem Eigner die dafür genutzten Edelstahlschrauben zu kostbar sind, wird er sicherlich nach seinem An-Bord-kommen selber entscheiden.

kleine Reperaturen
Kleinere Reperaturen

Im ersten Anlauf gelang einem stets zielsicheren Co-Skipper der geniale Wurf um den Poller, um unser Boot doch noch an beiden Seiten zu sichern. Auch so kann man den Hafen belustigen und für gute Laune sorgen.

Fredos Traumwurf

Fredos Traumwurf

Als Dritte Maßnahme gegen die Flaute entschieden wir einmal, alle Segel die die schöne Cassiopeia zu bieten hat, auszuprobieren. Nach einigem hin und her entschieden wir uns für den tollen Gennaker als Zugpferd für den geringen Wind.

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In Klintholm wurden wir dann auch über die gute Seemannschaft belehrt (sogar die Worte “das ist gegen geltendes Recht” fielen seitens unserer Nachbarn). Aber erst einmal von vorne. Da der Hafen von Klintholm bereits bei unserer Ankunft voll war, entschieden wir uns ein Päckchen mit einem anderen Boot einzugehen. Passend vor uns lag eine Mola-Yacht sowie ein schöner hölzerner Zweimaster. Wir entschieden uns für die Bavaria. Obwohl dort alle Klampen belegt waren (auf der Hälfte des Schiffes ja nur mit losen Leinen) schafften wir es professionell, uns sicher zu vertäuen. Fredo war da bereits halb von Bord, um eine im Päckchen nebenan entdeckte 2014er Bavaria zu begutachten, auf die er dank seiner offenen Art noch während des Anlegemanövers eingeladen wurde. Von dieser Crew erfuhren wir von unserem Päckchenlieger, der erfolgreich das Anlegen der erwähnten neuen Bavaria verhindern konnte – als wir kamen war er ja leider nicht an Bord. Nach seiner Rückkehr allerdings wurde von ihm gleich unser Skipper heran zitiert, dem mitgeteilt wurde, es gehöre sich nicht an einem Boot anzulegen an dem niemand an Bord sei. Diese Diskussion konnte jedoch schnell beendet werden, nachdem die unterschiedlichen Auffassungen guter Seemannschaft ausgetauscht wurden.
Nun war es natürlich unsere Aufgabe, für den Rest des Abends aus unserem Zweierpäckchen ein Dreierpäckchen zu machen (der Willkommensfender wurde dazu natürlich gleich ausgelegt und unsere leeren Klampen freigehalten). Nach einigen Versuchen gelang es uns nach Einbruch der Dunkelheit – und nachdem bereits einige Dreierpäckchen im Hafen zu sehen waren – zwei nette Herren heranzulocken die von ihrer mehrmonatigen Ostseeumsegelung zurück kamen. Wie zuvor stand besagter Skipper mit hochrotem Kopf wieder in seinem Aufgang (er beäugte jedes Boot das hereinfuhr mit Argwohn, um schnell abweisend zu reagieren), jedoch gelang das Manöver so schnell und perfekt, dass wir fest waren bevor er richtig in Fahrt kam.
Wie manche Leute sich das Segeln in der Hochsaison vorstellen bleibt schleierhaft, wir jedenfalls hatten einen tollen Abend mit zwei guten Geschichtenerzählern und hochgereckten Daumen von zwei anderen Yachten, nachdem wir es geschafft hatten zum Dreierpäckchen zu werden.