Apr

30

Wir nähern uns dem 1. Mai. Da uns der Wind in dem Jahr nach Dänemark geweht hat, werden wir wohl keinen Tanz finden.

 Unter vollem Tuch verlassen wir Korsör und kreuzen das Fahrwasser, in dem wir einigen Pötten recht nah kommen. Der Wind dreht von Süd nach Südwest. Das war nicht geplant.

Der macht Welle

Der macht Welle

Mit abnehmendem Wind halten wir uns ausdauernd am nördlichen Ende von Langeland auf. Die Hakuna Matata, die den Hafen ca. eine Stunde vor uns verlassen hat, hat es noch weiter nach Norden verschlagen. Mit prallen Segeln treibt der Strom sie rückwärts.

Am späten Nachmittag starten wir den Diesel um noch bei Licht den Hafen von Spodsbjerg erreichen zu können. Als wir gerade beginnen wollen das Abendessen vorzubereiten frischt der Wind plötzlich wieder auf und die Cassiopeia begibt sich in die stabile Seitenlage. Salatzubereitung mit Hindernissen.

Salatzubereitung mit Hindernissen

Salatzubereitung mit Hindernissen

Als die Leinen fest sind, sind die Backkartoffeln und der Blumenkohl gar und die Steaks brutzeln in der Pfanne. Heute Abend muss die Hakuna Matata ohne musikalische Ehren einlaufen. Wir lassen uns das Steak munden.

lecker

lecker

Statt in den Mai zu tanzen sammeln wir uns an Bord der Cassiopeia, finden heraus, wann die grauen Eichhörnchen die braunen gefressen haben und trinken in den Mai. – Eine sehr entspannte Variante.

Apr

29

Als wir den Hafen verlassen, ist nahezu kein Wind zu spüren. Wir setzen den Gennaker und warten geduldig, ob etwas passiert. Heute passt sogar die Temperatur zum sonnigen Wetter.

Jutta steht am Ruder und betet die erste rote Tonne an, damit sie uns entgegen kommt. Das Gebet wird zwar nicht erhört, aber wir passieren die Tonne dennoch nach einer kleinen Ewigkeit. Auch die Hakuna Matata setzt das Leichtwindegel und stellt sich der windstillen Herausforderung.

Gegen Mittag hängt der Gennaker schlaff am Spifall, als wir per Funk die Info bekommen, dass zwei Crewmitglieder der Hakuna Matata planen über Bord zu gehen. – Respekt! Die Wassertemperatur ist durch unsere Crew nicht feststellbar.

Als der Wind wieder etwas spürbarer wird, führen wir ein Hand Halse Manöver durch und unser Schiff setzt sich wieder in Bewegung. Die Hakuna Matata braucht etwas länger, da sie nur eine Schot für den Gennaker zur Verfügung hat. Wichtige Minuten gehen ins Land, die für den Rest des Tages nicht mehr aufgeholt werden.

Von nun an schleichen wir mit langsamer stetiger Geschwindigkeit über die spiegelglatte Ostsee Richtung Korsör. Der Zwiebel-Look der letzten Tage ist vergessen und Pizbuin Stellung ist angesagt.

Pizbuin

Pizbuin

Vor Korsör segeln wir noch zwei Halsen und lassen uns vom bunten Tuch bis in den Vorhafen ziehen.

Unter Gennaker in den Hafen

Unter Gennaker in den Hafen

Wir fahren eine Hafenrunde und suchen zwei benachbarte Boxen aus, um bald die Hakuna Matata erneut mit musikalischen Ehren zu empfangen.

Apr

28

Wenn die Temperaturen die Jahreszeit nicht verraten würden, wäre der Tag auch als Hochsommertag durchgegangen. Vergeblich suchen wir nach Wolken. Der Himmel zeigt sich am 3. Tag in Folge von der blauen Seite.

Um 11:00 Uhr werfen beide Schiffe fast gleichzeitig die Leinen los und starten die Reise weiter nach Norden. Lohals steht auf dem Plan. – Da die Cassiopeia sich als unwesentlich schneller erwiesen hat als die Hakuna Matata, machen wir einen Zwischenstopp in Rudkobing, um eine Steuerbordlaterne zu organisieren. Der Plan geht zwar nicht auf, weil Kalle nichts dergleichen auf Lager hat, dafür gibt es aber eine gute Suppe am Steg.

Nördlich der Brücke weht der Wind genau von vorn. Große Kreuzschläge sind angesagt. Der Wind wird immer schwächer und wir sehen die Hakuna Matata bald wieder in unserem Kielwasser. – Gute Alte Cassiopeia.

Im Hafen erfahren wir, dass die Crew der Hakuna Matata keine Zeit zum segeln hatte. Sie mussten Schweinswale gucken, Würmer baden, Gyroskopter über dem Schiff positionieren, filmen, Spocht treiben und anschließend den Kalorienhaushalt wieder in Ordnung bringen.

Hakuna Matata

Im riesigen Hafen von Lohals braucht die Cassiopeia 2 Anläufe um eine ausreichend breite Box zu finden. Wir begrüßen die Hakuna Matata wieder mit ihrem Soundtrack und lassen sie auch 3 Boxen probieren. Gleiches Recht für Alle.

Einfahrt nach Lohals

Einfahrt nach Lohals

Apr

27

Das Tagesziel heißt Spodsbjerg! Oder Bagenkop? Oder Rudkobing? – Wir umfahren Langeland östlich! Oder westlich?

Wir fahren mal los. Mal sehen, was der Wind uns bringt. Die grobe Richtung steht ja fest. Langeland und dann irgendwie Nord.

Mit 30° am Wind geht die Reise mit vollen Segeln los. Unser Kurs ist nördlicher als erhofft. Ohne einen großen Kreuzschlag ist die Südspitze von Langeland nicht zu umfahren. – Na, dann lassen wir es eben. Wir fahren westlich daran vorbei. Der Wind will es ja so. Und da gibt es doch noch einen anderen Hafen. Marstal – da waren wir quasi noch nie! – Zumindest in diesem Jahr!

Wir verlieren die Hakuna Matata bald aus den Augen und stimmen den neuen Zielhafen über Funk ab. Schon 110 Minuten nach uns erreicht das Schiff den Hafen und macht in der Box neben uns fest. Zur Begrüßung läuft der Soundtrack vom König der Löwen: HAKUNA MATATA!!!

HAKUNA MATATA

HAKUNA MATATA

Apr

26

Der traditionelle Maitörn beginnt.

Während die Crew der Cassiopeia schon in der Nacht an Bord gegangen ist (der Bus hat uns heile und sicher transportiert) und die erste Quittenkur bereits erledigt hat, befinden sich die Crewmitglieder der Hakuna Matata auf der Autobahn Richtung Wendtorf.

Gegen Mittag wirft die Crew der Cassiopeia die Leinen los und macht sich ebenfalls auf den Weg nach Wendtorf. Bei 4 Bft im Hafen entscheiden wir uns für Reff 1 im Groß. Bei strahlendem Sonnenschein geht’s gegenan. Wir brauchen 6 Schläge um gemütlich aus der Förde zu kreuzen.

Anliegend geht es mit vollem Tuch weiter durch das Kieler Fahrwasser, nachdem wir nach kurzer Flaute das volle Tuch gesetzt haben.

Mit perfektem Timing treffen wir auf die Hakuna Matata an der Ansteuerung zum Hafen Wendtorf. Wieder einmal stellt sich heraus, dass kein Schiff wie das Andere ist. Das Groß der Hakuna Matata lässt sich nicht vollständig setzen obwohl das Schiff doch “Die Sorgen bleiben dir immer fern” heißt.

Nachdem auch unsere fachmännische Fernklugscheißerei nichts gebracht hat, entscheidet der Flottillenkapitän das Schiff zu wechseln. Per Vor Ort Klugscheißerei stellt er fest, dass zum Setzen des Groß auf diesem Schiff weder der Niederholer, noch die Großschot zu dicht geholt sein dürfen. Dann klappt’s auch ohne Nachbarn.

Der Skipper möchte zurück an Bord der Cassiopeia

Der Skipper möchte zurück an Bord der Cassiopeia

 Zurück im Hafen gibt’s das obligatorische Begrüßungsbier und gutes Abendessen im Haus des Kurgastes. Die unschlüssigen Crewmitglieder essen einfach “Weiß ich nicht.”

Apr

24

Ca. 11 Stunden von Eckernförde bis in die Heimat. Zu Fuß wären wir nicht schneller.

Höhe Soltau gibt unser Bus ein unschönes Geräusch von sich und mag nicht mehr zügig weiter fahren. Bis zum Autohof bringt er uns noch und gönnt sich dann eine Pause.

Die Retter mit den gelben Autos entscheiden uns Huckepack zu nehmen und in der nächsten Werkstatt das Drama zu analysieren.

blau über gelb

blau über gelb

Blau über Gelb ist also kein Seezeichen.

Wir lassen Thea von Martin und Frederik abbergen und verbringen anschließend ein paar Stunden an einem gut bestückten Autofriedhof.

Mit einem rasenden Schuhverkäufer geht es dann erneut Blau über Gelb nach Hause. Wer hätte gedacht, dass ein ca. 25 jähriger MAN mit mehr als 800.000 km so schnell sein kann?

Apr

19

In Wendtorf funktionieren die Duschen und das Wasser ist sogar warm! Der Tag fängt gut an!

Wir kreuzen das Kieler Fahrwasser unter Vorsegel und machen uns auf zu unserer letzten Etappe Richtung Eckernförde.

Als am Eingang der Förde der Wind aus Ost schwächer wird haben der Skipper und Hegi den gleichen Gedanken: “Wir brauchen das Spaßsegel!”

Unter Gennaker legen wir bei Sonnenschein, achterlichem Wind um 3 und glattem Wasser die letzten Meilen zum Ziel zurück. Eis schhöner Segeltag zum Ende des Törns. Was wünschen wir uns mehr?

Nachdem wir uns entschieden haben, die nagelneuen Schiffe, die für 350T€ im Stadthafen angeboten werden nicht zu kaufen, machen wir uns mit Peter, dem Skipper der Spirit, die seit dieser Saison in Eckernförde liegt, und seiner Family auf zum Osterfeuer am Strand. Hier ist der Bär los. So viele Menschen haben wir noch nie an einem Feuer stehen sehen.

Selten haben wir in einer Woche so wenige Motorminuten gehabt. Ca. 159 sm liegen hinter uns, die wir nahezu komplett unter Segel gefahren sind. Eine große Herausforderung für die Saison 2014, die bereits in 1 Woche weiter geht…

Apr

18

Der Tag beginnt mit kalten Duschen, die nur unser Skipper wirklich nutzt. für den Rest der Crew bleibt es bei einer Katzenwäsche.

Wir beschließen die Reihe der neuen Häfen fortzusetzen und einen Törn in deutschen Gewässern zu fahren. Statt nach Bagenkop in Dänemark segeln wir Richtung Kieler Förde mit Ziel Wendtorf.

Wir starten mit Reff 1 im Groß und vollem Vorsegel am Wind. Unterwegs fahren wir mit vollem Tuch, während wir die letzte Etappe mit vollem Groß und Reff im Vorsegel fahren. Der Wind hält die Crew auf Trapp.  – Auch wenn die Crew zeitweise nur aus einem einsamen Skipper besteht, da die Kojen viel wärmer sind als der Wind in der Plicht.

Nachdem wir in Wendtorf rückwärts in einer Box festgemacht haben, von der der Hafenmeister meint, dass sie für unser Schiff zu eng ist, gibt es auch für den Skipper einen wärmenden Kaffee. Wir begleiten Thea bei der Steinsuche am Strand und sind anschließend froh wieder an Bord der geheizten Cassiopeia zu sein.

Apr

17

Nach 2 für uns neuen Häfen setzen wir die Reihe fort. Auch auf Fehmarn gibt es noch einen Hafen, den wir bisher noch nicht besucht haben. Unser Tagesziel ist Lemkenhafen.

Wir lassen uns vom Vorsegel ziehen und sind zügig unterwegs. Wir haben uns mit Michael verabredet, der auch in Lemkenhafen festmachen will.

Die Ansteuerung zu unserem Zielhafen führt uns erstmal Richtung Orth. Hier sind wir schon einige Male mit den Kids der Segelfreizeiten gewesen. Von dort geht es an vier roten Tonnen entlang zu einem kleinen Fahrwasser.

Im Hafen weht es noch ordentlich, so dass wir unsere Hafenrunde etwas beschleunigen müssen. Als wir fest sind erfahren wir telefonisch von Michael, dass sein Tiefenmesser ihm einen Streich gespielt hat. Das flache Fahrwasser nach Lemkenhafen war ihm etwas suspekt, so dass es ihn doch nach Orth gezogen hat.

Nachdem Thea und Gerd noch etwas den Politurlappen geschwungen haben stellen wir  unseren Inhouse Grill regengeschützt auf und genießen die Heizungswärme an Bord.

Apr

16

Da für heute Flaute angesagt ist, lassen wir den Tag langsam angehen. Wir haben beschlossen die Lübecker Bucht zu erkunden und neue Häfen kennen zu lernen. Unser Tagesziel heißt Grömitz und ist fast in Sichtweite.

Bevor wir losmachen, nutzen wir die Flaute im Hafen und setzen das Gross um letzte Vorbereitungen für die Segelsaison zu erledigen.

Als wir aus der Trave fahren, werden wir von glatter See und Wind um 3 empfangen. Dazu scheint die Sonne. So erleben wir einen unerwartet schönen Segeltag mit Geschwindigkeiten um 5 kn und sind im Handumdrehen in Grömitz.

Ein langjähriger Begleiter

Ein langjähriger Begleiter

 

Unterwegs haben wir noch ein traurige Aufgabe zu erledigen. Ein langjähriger Begleiter hatte sich vor zwei Tagen an Bord das Genick gebrochen und muss von uns auf See bestattet werden. Mit allen Ehren überlassen wir ihn bei 54°01′ N / 10°55′ E den ewigen Fluten.

Seebestattung

Seebestattung

Im Hafen kramt Gerd Politur und Lappen raus. So nutzen wir das schöne Wetter noch sinnvoll an Bord, bevor wir den Tag mit dem Grill in der Plicht ausklingen lassen.

Apr

15

Die Wettervorhersage hat Wind um 3 vorhergesagt. Warum verlassen wir den Hafen dann bei Stärke 5?

Im Laufe des Tages frischt der Wind noch mehr auf und wir rauschen bei um 6 Bft mit 7 kn in die Lübecker Bucht. Trotz Sonnenschein dürfte es gern etwas wärmer sein.

Unser Tagesziel heisst Travemünde. Einer der wenigen größeren Häfen, den noch keins unserer Crewmitglieder angelaufen hat.

Gegenverkehr vor Travemünde

Gegenverkehr vor Travemünde

Wir haben uns eine recht kurze Box ausgesucht, in der wir rückwärts fest machen wollen. Da ist Leinentaktik angesagt. Gut, dass wir uns ohne Worte verstehen.

Apr

14

Für heute haben alle Wetterfrösche Starkwind angesagt. Das wollen wir uns am 2. Segeltag nicht antun. Wir schlafen aus.

Wir verbringen den Tag im Hafen. Die Wetterfrösche behalten Recht und Cassiopeia zerrt nervös an ihren Leinen.

Wir besuchen Ralph in der Segelschule und kündigen uns für die AG-Freizeit an.

Den Rest des Tages verbringen wir faul an Bord.

Apr

13

Der Wind weht mit Stärke 3-4 aus westlicher Richtung und verspricht im Laufe des Tages aufzufrischen. Wir legen letzte Hand am Schiff an und dann heißt es Leinen los in die Saison 2014!

Unsere erste Etappe führt uns Richtung Heiligenhafen. Vorm Wind zieht uns das Vorsegel zügig über die unruhige Ostsee. Immer wieder lukt die Sonne durch die Wolken und wir erleben einen schönen kühlen ersten Segeltag.

In Heiligenhafen eröffnen wir die kulinarische Saison an Bord mit einem 5 Gänge Mahl mit Spargel und Schinken als Hauptgericht. Der neue Espresso Kocher an Bord erweist sich als sehr gute Idee und wird sicher regelmäßig zum Einsatz kommen.

Apr

12

Als wir aufwachen herrscht wie erwartet schon reges Treiben am Hafen. Zwei Autokräne heben im Akkord Tempo eine Yacht nach der Anderen ins Wasser. Gut, dass wir unsere Ausrüstung bereits an Bord haben.

Wir montieren den Baum an den Mast und machen uns an die Arbeit um Cassiopeia für die Saison segelklar zu machen.

Unerwartet bekommen wir Besuch. Helge, ein ehemaliges Jugendmitglied des SCSE studiert in Kiel und nutzt die Chance Thea und Gerd mal wieder zu sehen. Tatkräftig unterstützt Helge beim Anschlagen der Segel, so dass Cassiopeia schon bald klar zum Segeln ist.

Helge im Mast

Helge im Mast

Wir revanchieren uns ganz uneigennützig bei Helge, indem wir ihn nach Eckernförde zum Essen einladen. Besser konnten wir die logistische Herausforderung unser Auto zum Zielhafen zu bekommen gar nicht lösen. – Vielen Dank, Helge!

Apr

11

Das Warten hat ein Ende. Gegen 21:00 Uhr macht die Stammcrew sich auf den Weg, um die neue Saison zu beginnen. Wir erreichen das Schiff gegen Mitternacht. Das Hafengelände steht noch voller Schiffe, die darauf warten, an den Kran gehängt zu werden um in ihr feuchtes Medium gehoben zu werden.

Die Cassiopeia liegt bereits im Wasser und der Mast ist gestellt.

Wir beschließen, unsere gesamte Ausrüstung noch in der Nacht an Bord zu bringen, da morgen sicher reges Treiben im Hafen vorherrschen wird. Als wir unser Welcome on Board Beer trinken, sitzen wir im perfekten Chaos.