Okt

19

Über Nacht wurde die Cassiopeia tiefergelegt. Als wir achtern aus der Luke schauen, baut sich eine hohe Pier vor uns auf. Sollten wir gestern zu viel gegessen haben? Auf den zweiten Blick ist wohl doch nur der Wasserspiegel exterm gesunken.

Im Vorhafen von Bagenkop setzen wir das Groß mit Reff 1. Statt der angesagten 4 Bft zeigt der Windmesser 6 Bft aus SO an. Wir reiten über eine beachtliche Welle Richtung Strande. Immerhin stimmt die Richtung. Auf halber Strecke lässt sich die Sonne blicken. So klingt die Jammertonne südwestlich von Kiel Leuchtturm nicht ganz so leident.

Als wir in Strande festmachen, wartet der Busfahrer schon auf Thea. Während Thea dem Busfahrer Gesellschaft leistet fangen Gerd und Hegi an Cassiopeia langsam zu entkleiden. Als es dunkel wird befindet sich an Deck nur noch ein nackter Mast. 

Cassiopeia nackt am Steg (zensiert)

Cassiopeia nackt am Steg (zensiert)

Als Thea mit Gerds Bus zurück ist, gibt es das letzte Abendessen der Saison an Bord der Cassiopeia. Good bye Cassiopeia – See you next year!!!

Okt

18

Da sich über Nacht kein weiteres Schiff an unseren Steg gewagt hat, legen wir fast ohne Leinen ab. Der nächtliche Sturm hat sich auf 4Windstäken beruhigt und so lösen wir um 11:30Uhr alle Leinen und fahren so wie wir gekommen sind- zwischen Pfählen und Steg- wieder aus dem Hafen heraus. Bei Sonnenschein setzen wir im engen Fahrwasser unser “Spaßsegel”. Wir schnippeln das Fahrwasser Richtung Marstall und haben zwischenzeitlich nur noch 2 m Wassertiefe. Bei 1,5 kn Fahrt stellt das Suppe-Kochen heute keine große Herausforderung dar.  Auf Thea’s speziellem Wunsch kreuzen  noch 2 Schweinswale unseren Weg bevor wir Bagenkop erreichen. Beim Anlegen haben wir freie Boxenwahl. In der  Dunkelheit schleicht sich noch ein 2. Schiff in den Hafen und macht direkt neben uns fest- ist ja auch sonst keine Box frei!

Eine Box war noch frei

Eine Box war noch frei

Okt

17

Wir verlassen den Hafen von Kappeln bei leichtem Wind und grauem Wetter. Hegi hat sich heute nach dem Ablegen für einen Kojentag entschieden. Zum Glück hatte er es rechtzeitig angekündigt, denn nach kurzer Zeit hält das Wetter sich an die Vorhersage und der Himmel öffnet seine Schleusen.

Als die Cassiopeia vor dem Wind gen Norden segelt, baut sich langsam eine beeindruckende Welle auf. Das Kochen der Mittagssuppe stellt Thea auf die Probe. Sie besteht sie mit Bravur und Hegi bekommt die Suppe in Koje geliefert. Warum ist das nicht immer so?

Erst die Frage des Skippers, ob Hegi schon wundgelegen ist, lockt diesen nachmittags dann doch noch mal aus der Koje. Als er das Ruder übernimmt, kann sich der pudelnasse Skipper noch etwas aufwärmen.

Als wir östlich von Aerö Richtung Aerösköbing segeln, schläft der südliche Wind ein um kurze Zeit später aus West wieder aufzufrischen. Bei Windstärke 6 im Hafen entscheiden wir uns für ein Leinenmanöver. Wir fahren zwischen dem Steg und den Pfählen quer durch die leeren Boxen und machen am Steg fest, um uns dann vom Wind achteraus an die Pfähle treiben zu lassen. Ein interessantes Manöver.

Überfüllter Steg

Überfüllter Steg

Okt

16

Heute machen wir uns mit der Stammcrew auf, um die weite Überführung von Eckernförde nach Strande zu meistern. Uns stehen 5 Tage für die extreme Distanz von ca. 20 sm zur Verfügung.

Wir beginnen den Törn mit einem leckeren Frühstück in Eckernförde und erkunden anschließend die Shopping-Möglichkeiten in der Fußgängerzone. Als wir gegen Mittag wieder an Bord gehen, trägt jedes Crewmitglied eine Tasche mit Shopping-Ausbeute mit sich rum.

Wir reisen erst einmal nordwärts Richtung Schlei. Um 20:00 Uhr wartet auf uns ein Tisch im Restaurant Stark am Hafen von Kappeln. Bei diesen Aussichten stört es uns nicht sehr, dass der Wind es nicht wirklich gut mit uns meint. Die Maschine muss auf der gesamten Distanz unterstützen.

Als wir Kappel erreichen liegen 3 Schiffe im Hafen. Die Saison scheint tatsächlich vorbei zu sein…

Wir haben unsere Törn-Distanz von 20 sm bereits hinter uns, aber Strande ist weiter weg als heute Morgen. Was haben wir falsch gemacht?

Okt

4

Der Freitag beginnt mit ein paar Arbeiten an Bord der Cassiopeia. – Thea, übernächste Woche findest Du eine butterweich schließende Kajütentür vor und Deine Decksluke hat eine neue Verkleidung.

Um 10:45 Uhr nutzen wir die Brückenöffnung um weiter in die Schlei zu fahren. Wir versuchen die nächste Brücke bei Lindaunis innerhalb einer Stunde zu erreichen. Da das unter Segel nicht möglich ist, müssen wir vor der Brücke etwas warten um die Öffnung um 12:45 Uhr zu nehmen. Wir machen mit der Vorleine an einem Pfahl fest und beobachten, wie sich nach und nach immer mehr Yachten vor der Brücke versammeln.

Die alte einspurige Auto- und Eisenbahnbrücke öffnet sich im Schneckentempo und schon schießen 15 Yachten auf die enge Öffnung zu.

Klappbrücke Lindaunis

Klappbrücke Lindaunis

Wir fahren noch eine Stunde weiter gen Westen und drehen dann um. Wir wollen die Nacht wieder in Kappeln verbringen.

Unter Vorsegel kommen wir wieder in Lindaunis an und müssen 2 Kreise fahren, bis die nächste Öffnung ansteht. Offensichtlich ist es hier Ehrensache, dass man die enge Brückenpassage segelnd durchfährt. Gemeinsam mit diversen anderen Schiffen geht es ohne Motorkraft weiter Richtung Kappeln.

Als wir die Tiefseilfähre bei Arnis erreichen zeigt sich, dass es durchaus Sinn machen kann, gelegentlich einen Blick nach vorn zu werfen. Mit dem achterlichen Seil möchte man sicher keine Bekanntschaft machen.

Okt

3

Feiertag am Donnerstag – das schreit nach einem Feiertagstörn über das verlängerte Wochenende!

Am Mittwoch Abend geht die Reise gegen 21:30 Uhr Richtung Norden los und um 0:30 Uhr ist die Crew an Bord der Cassiopeia. Der Kurzurlaub beginnt.

Am Morgen lassen wir uns Zeit und werfen erst kurz vor Mittag die Leinen los. Wir haben nur eine kurze Etappe geplant. Unser Ziel ist Kappeln in der Schlei.

Mit Wind um 4-5 aus SO kommen wir gut voran. Die Welle ist kleiner als befürchtet und am Himmel zeigt sich keine Wolke. So schön kann Herbstsegeln sein.