Aug

25

Am Sonntag wird länger geschlafen. Wollten wir nicht möglichst früh los?

Da Olaf sein Panzerknackerface los werden will, macht er sich auf den Weg, Sonnencreme zu kaufen. Das ist gut – da kann er gleich Brötchen mitbringen. Da wir den fettesten 50-jährigen Hamelns an Bord haben, darf’s auch gern ein Brötchen mehr sein.

Jürgen Drews hat unser Nachbarschiff bereits gestern Abend verlassen, nachdem er den Seezaun wieder zusammen gebastelt und seine Fender aufgehängt hat. Wir legen also ohne nervöse Blicke von der Seite ab.

Wer rückwärts am Ruder steht, kann hinten mehr sehen, denkt sich Bernd offensichtlich, als er sich am Achterstag festkettet. Er überlegt es sich dann doch kurzfristig anders.

Olaf begibt sich direkt in die gemütliche Reiseposition, die er erst wieder verlassen wird, wenn es Suppe gibt.

Diesen Anblick gab es heute nicht

Diesen Anblick gab es heute nicht

Wind und Welle haben etwas nachgelassen, so dass uns das Vorsegel mit 5 kn vorwärts zieht. Heute helfen nicht einmal Kekse um Bernd vom Ruder zu lösen.

Wir erreichen unseren Heimathafen gegen 14:30 Uhr. Jetzt noch packen und das Schiff klar machen und schon ist wieder ein sehr schöner Törn zu Ende. Unsere zwei Neulinge haben den Virus übernommen.

Aug

24

Der Tag beginnt mit einem thermonuklearen Problem, das sich durch einfaches Schütteln nicht lösen lässt. Brennstabtausch ist angesagt.

An der Tankstelle machen wir den Eigner der Yacht, die meinte dort übernachten zu müssen etwas nervös, als wir längsseits festmachen. Als wir ablegen kann er sich die Frage nichgt verkneifen, ob wir eine Chartercrew sind. Unsere Antwort beruhigt ihn etwas. Seine offen zur Schau gestellte Nervosität endet dennoch erst als wir schadfrei seine Backe verlassen haben.

Der Wind weht mit 6 Bft aus Ost und am Leuchtturm Schleimünde steht eine beachtliche Grundsee. Man hat den Eindruck, die Wellen senkrecht rauf und runter zu fahren.

Wir machen einen kurzen Abstecher nach Port Olpenitz, wo sich seit unserem letzten Besuch vor ca. vier Jahren nicht viel getan hat. Nachdem wir bei der Ausfahrt auch hier die Grundsee überwältigt haben, geht es mit halbem Vorsegel gen Süden.

Der Versuch etwas zu kreuzen stellt sich auf dem Plotter wie die Kurve eines Lügendetektors dar.

Nachdem wir Bernd mit Keksen vom Ruder weglocken konnten, durfte Olaf endlich auch mal rudern.

Wir erreichen Strande gegen 17:30 Uhr. Bei 6 Bft im Hafen gelingt uns ein gutes Boxenmanöver. Nur den Nachbarn machen wir mal wieder nervös. Was können wir dazu, dass Jürgen Drews gerade an seinem Seezaun werkelt und deshalb keine Fender aufgehängt hat?

Jetzt muss Theas Grill herhalten. Warum dauert das Spülen eigentlich länger als das Essen?

Gleich gibt es noch Vanillepudding und dann rollt die fette Crew in die Kojen!!!

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Aug

23

Für einen Wochenendtörn unter Kollegen haben sich Sandra, Bernd, Olaf und Hegi gestern auf den Weg gemacht und die Cassiopeia gegen 22:00 Uhr erobert. Bei der einen oder anderen Flasche Flens haben sich die zwei Neulinge mit dem Schiff vertraut gemacht. Auch die letzte Ecke wurde begutachtet, so dass noch ein paar alkoholische Resbetände entdeckt wurden. Die Inspektion endete gegen 3:30 Uhr.

Nach einer kurzen Nacht entdeckten unsere Neulinge dann am frühen Morgen schon die Möglichkeiten unserer Kombüse. Zum Erstaunen Aller, schälte sich unser weibliches Crewmitglied als letztes aus der Koje. 

Auf die Windvorhersage kann man sich mal wieder perfekt verlassen. Statt der angesagten stabilen 4 aus Ost bläst der Wind mit 5 (in Böen 6) und wir machen uns am Wind auf den Weg.

Als Tagesziel haben wir uns Marstall ausgeguckt. Als wir das offene Wasser erreichen erscheint uns dieses Ziel nicht mehr sehr geeignet und wir überlegen, den Kurs Richtung Kiel zu ändern.

Doch erstens kommt es anders und zweitens überhaupt. Kurz vor unserer Kursänderung haben wir einen leichten Ausfall zu verzeichnen. Wir disponieren also noch einmal um und suchen uns das nähere Ziel “Schlei” aus.

Unsere Navigation an den Sperrgebieten hinterlässt ein interessantes Bild auf dem Kartenplotter. Sollte der Alkohol von gestern noch etwas wirken?

Auf Halbwindkurs übernimmt Bernd das Ruder und möchte es seit dem nicht mehrt hergeben. Alle Versuche, ihn vom Ruder zu trennen schlagen fehl. Wir Bohlenders bleiben ab sofort unter uns.

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In Kappeln finden wir noch genau eine freie Box vor. – Optimale Lage genau gegenüber der Waschräume. Man muss auch mal Glück haben.

Aug

9

Für unsere letzte Etappe meint der Sonnengott es noch einmal gut mit uns. Der versprochene Wind schläft jedoch zur Mittagszeit ein, so dass wir uns nach unserem Süppchen vom Diesel-Wind über die Ostsee schieben lassen. 

Unser Skipper hat uns in Marstall mit dänischem Kuchen versorgt, der uns den letzten Reisetag versüßt. Ein ganzes Wespenvolk möchte daran teilhaben. Wir teilen nicht! 

Nach dem Kuchen

Nach dem Kuchen

Gegen 19:20 Uhr endet der diesjährige Schwedentörn im Heimathafen von Eckernförde. Seit dem Crewwechsel in Schweden hat die Cassiopeia 365 sm zurückgelegt:

Trotz größter Anstrengungen ist es uns nicht gelungen unseren Proviant vollständig zu vernichten.

Sandra, Gerd, Hegi

Sandra, Gerd, Hegi

Zum Abschluss gehen wir in Eckernförde beim Luzifer essen und verbringen noch eine Nacht an Bord, damit wir morgen in Ruhe das Schiff klar machen können. Für 2 Crewmitglieder geht’s in 14 Tagen schon wieder los.

Aug

8

Gegenüber der Vorhersage kommt der Wind heute um genau 180° verdreht. Damit haben wir nicht gerechnet. Die Richtung ist optimal um mit anliegendem Wind auf die Brücke bei Rudköbing Kurs zu nehmen. Der Strom schiebt uns mit bis zu 2kn, so dass wir zwischenzeitlich mit über 8kn über Grund unterwegs sind. Immer diese Raserei.

Das Fahrwasser Richtung Marstall fahren wir hoch am Wind. Die letzten Tonnen umfahren wir eng. Viel früher als erwartet machen wir in Marstall fest. Gegenüber unseren bisherigen Erfahrungen ist der Hafen rappelvoll. Ein letztes mal aktivieren wir Theas Grill, essen dann jedoch unter Deck, da es abends doch recht kühl wird.

Den Vanillepudding teilen sich Gerd und Hegi.

Aug

7

…ist das heutige Wetter. Wir legen bei Sonnenschein ab und vor der Hafeneinfahrt steht nur noch eine leichte Welle, die bald auch noch weniger wird. Wir lassen uns vom Gennaker gen Süden ziehen.

Als der Wind gegen Mittag nahezu einschläft, werden wir von Wespen ähnlichen Fliegern angegriffen. Gut, dass sie nicht stechen können und eher zu einer trägen Gattung gehören.

Viel früher als vorhergesagt schläft der Wind völlig ein und wir dümpeln eine Weile bevor er aus Süd Ost wieder kommt. Der Gennaker muss auf die andere Seite und es geht weiter.

Entschleunigung

Vor der Store Belt Brücke starten wir dann doch die Maschine, um zwischen den vielen großen Pötten die andere Seite des Verkehrstrennungsgebiets sicher zu erreichen. Gegen 20:20 Uhr fahren wir in den Hafen von Korsör ein. In der 3. Gasse finden wir endlich eine Box, die breit genug ist, um der Cassiopeia Platz zu bieten.

Aug

6

Sandra entscheidet sich für einen faulen Vormittag in der Sonne an Deck der Cassiopeia, während Gerd und Hegi die Fregatte „Jylland“ besuchen.

Fregatte Jylland

Fregatte Jylland

Man sieht uns kommen

Man sieht uns kommen

Die Jylland ist ein mächtiger Dreimaster, der zusätzlich über Dampfmaschinenantrieb verfügte. Den gigantischen Propeller konnte man beim Segeln senkrecht hochziehen und in einem Schacht verschwinden lassen um die Bremswirkung zu verhindern.

Propeller der Jylland

Propeller der Jylland

Der Propeller kann hochgezogen werden

Der Propeller kann hochgezogen werden

Am Ende unseres Rundgangs wird anlässlich des Besuchs der Cassiopeia ein Salut-Schuss aus einer der vielen Kanonen an Bord abgefeuert.

 

 

 

 

 

 

 

  TON AN:

 

Als wir ablegen haben wir alles gegen uns: Wind mit Stärke 5, ordentliche Wellen und über einen kn Strom, nachdem wir die ersten grünen Tonnen gefunden (Sandra war die Erste) und passiert haben. Den größten Teil der heutigen Etappe erledigt die Maschine. Auf den letzten Meilen ziehen wir zusätzlich ein kleines Stück des Vorsegels.

Wir erreichen den Hafen von Kolby Käs erst kurz vor 22:00 Uhr. Die Erste Box, die wir ansteuern, erweist sich als zu eng. Wir entscheiden uns als also für die letzte Lücke längsseits an der Pier. Hier hat unser Augenmaß uns ebenfalls etwas getäuscht. Als wir fest sind, haben wir zum vor und hinter uns liegenden Schiff noch jeweils eine Hand breit Platz. Es gibt noch schnell eine Dose Ravioli und ein Brot mit „Spiegelomelette“ und der Tag geht zu Ende.

Aug

5

Unter Haien

Unter Haien

Heute steht das Kattegat Center in Grenaa auf dem Programm. Wir statten den Haien einen Besuch ab, bewundern die Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt in den Aquarien und beobachten das Seehundbaby, das heute Nacht im Außenbecken geboren wurde.

Seehundbaby

Seehundbaby

Bei der Fütterung der Seehunde überzeugt Felix durch zielsicheres Erkennen des Anfangsbuchstabens seines Namens. Was tut „man“ nicht alles für einen Eimer voll Fisch.

 

Felix

Felix

 

Felix an der Quelle

Felix an der Quelle

 

Gegen Mittag machen wir uns bei leichtem Wind aus Südwest auf nach Süden Richtung Ebeltoft. Wir fahren eine Wende und eine Halse. Sonst passiert sechs Stunden lang nicht viel.

Die Anfahrt nach Ebeltoft führt vorbei an einem Wrack, das einen sicheren Hinweis darauf darstellt, dass der große Bogen, der durch die viel zu kleinen Tonnen aufgezeigt wird, auf jeden Fall beachtet werden sollte.

Aug

4

… kann mich mal. – Obwohl wir heute früh aufstehen, weil wir uns Richtung Festland von Dänemark aufmachen wollen, ist der Hafen schon deutlich leerer geworden als wir aus den Luken gucken. Man könnte auf die Idee kommen, dass auf Anholt eine gefährliche Seuche ausgebrochen ist, vor der die Segler flüchten.

Als wir den Hafen verlassen, verlässt uns der Wind. Selbst der Versuch, mit dem Gennaker noch etwas Fahrt ins Schiff zu bekommen scheitert.

So fahren wir die erste Etappe unter Motor, bis im Laufe des Vormittags der Wind wieder etwas auffrischt und wir mit normaler Besegelung gut voran kommen. Auf Höhe der 111 Windräder des Windparks vor Anholt baut sich langsam etwas Welle auf.

Windräder bis zum Horizont

Windräder bis zum Horizont

Wir erreichen Grenaa gegen 16:30 Uhr. Nachdem Sandra Gerd zum Joggen motiviert hat, runden wir einen sonnigen schönen Tag bei einer Pizza im Casablanca ab.

Aug

3

Wie vorhergesagt hat der Wind über Nacht stark zugenommen, so dass wir beim Aufwachen das laute Pfeifen in der Takelage der Schiffe im Hafen zu hören bekommen.

Unsere Entscheidung, einen Tag auf Anholt zu verbringen war genau richtig. Während Sandra recht früh aufsteht um die Insel joggend zu erkunden, schlafen Gerd und Hegi  erst einmal aus.

Nach dem Frühstück machen wir uns gemeinsam zu Fuß Richtung Dorf auf. Wir müssen feststellen, dass die Insel größer ist, als erwartet.

Als wir gerade wieder an Bord angekommen sind beginnt es zu regnen. Zeit zum Ausruhen.

Im Hafen liegt ein Langboot aus Wikinger Zeiten, das auf seine neue Crew wartet. Nach dem Regenschauer legen die neuen Wikinger ab. Dazu werden die Riemen durch die Bordwand geschoben und die Muskeln bringen das Schiff in Fahrt. Keine dröhnende Maschine stört.

Wikinger auf Anholt

Wikinger auf Anholt

Als Gerd eine Weile später aufbricht um sich am Strand in die Fluten zu werfen, beobachtet er, wie das Schiff immer noch gegen den Wind gepullt wird. – Arme Wikinger.

Aug

2

Als wir die Vorleine an unserer Ankerboje loswerfen steht Sandra am Ruder. Wir setzen volle Segel und machen uns auf den Weg ins offene Wasser. Bei südwestlichen Winden können wir unseren geplanten Kurs erst nicht ganz einhalten und segeln hoch am Wind ins Kattegat. 

Im Laufe des Tages dreht der Wind zu unseren Gunsten, so dass wir auf Kurs gehen und die Segel noch etwas öffnen können. Bei 4 Bft rauschen wir mit 5-6 kn über die Ostsee. 

Unser Tagesziel ist die Insel Anholt, die wir am frühen Abend erreichen. Der Hafen ist schon recht voll, so dass wir keine freie Achterboje mehr vorfinden. Wir werfen unseren Anker und machen Rückwärts am Stegkopf fest. Ein guter Liegeplatz.

Vor Anker am Stegkopf

Vor Anker am Stegkopf

 Am frühen Morgen werden wir durch ungewöhnliche Geräusche in der Plicht geweckt. Als Gerd aus seiner Kojenluke blinzelt, guckt er direkt auf die Schwanzfeder einer freundlichen Lachmöwe, die sich an unserer Mülltüte zu schaffen macht. Da ist beherztes Eingreifen erforderlich.

Aug

1

Heute geht die Reise gen Süden. Genau da hin, wo der Wind her kommt. Wir setzen volle Besegelung und segeln hoch am Wind ohne eine einzige Wende. In einigen engen Passagen müssen wir extrem „kneifen“.

Bei Styrsö bergen wir kurz die Segel um uns die besonders schöne Ankerbucht näher anzusehen. Danach geht die Reise gen Süden weiter. Weite Passagen führen uns an der offenen Küste zum Kattekat entlang. Die Wellen haben stark nachgelassen und wir haben eine ruhige Reise.

Wir machen vor Mönster in der Bucht von Malöhamn an einer Ankerboje fest und genießen die abendliche Ruhe.